Friedensinitiative : Sarkozy und Brown wollen nach Darfur

In Darfur spielt sich "eine der größten menschlichen Katastrophen" ab, so der britische Premierminister Brown. Zusammen mit dem französischen Präsident Sarkozy will Brown in die Krisenregion reisen.

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Darfur-Krise: Brown und Sarkozy ergreifen die Initiative. -Foto: AFP

ParisDer französische Präsident Nicolas Sarkozy und der britische Premierminister Gordon Brown wollen gemeinsam in den Tschad und die sudanische Krisenregion Darfur reisen, um den Friedensprozess dort voranzubringen. Zuvor müsse aber der UN-Sicherheitsrat die Stationierung einer Truppe der UN und der Afrikanischen Union in Darfur billigen, sagte Sarkozy nach einem Gespräch mit Brown in Paris. Brown erklärte, in Darfur spiele sich "eine der größten menschlichen Katastrophen unserer Generation" ab.

Die Außenminister Bernard Kouchner und David Miliband sollen gemeinsam nach New York reisen, um für die Darfur-Resolution zu werben. "Das kann nicht so weitergehen", sagte Sarkozy. "Es ist ein Notfall. Menschen sterben." Brown erklärte, Frankreich und Großbritannien seien bereit, "erhebliche Summen" für die Truppe und die wirtschaftliche Entwicklung der Krisenregion bereitzustellen. "Zwei Millionen Menschen wurden vertrieben, vier Millionen sind von Hunger bedroht und 200.000 sind gestorben."

Umweltinitiative vereinbart

Darüber hinaus vereinbarten Brown und Sarkozy eine gemeinsame Initiative im nächsten EU-Finanzministerrat zur Senkung der Mehrwertsteuer auf umweltfreundliche Produkte. "Das ist eine sehr wichtige Botschaft", sagte Brown. "Wir werden gemeinsam der Europäischen Kommission vorschlagen, den Menschen Anreize zu geben, umweltfreundliche Produkte zu kaufen." Zur besseren Terrorbekämpfung wollen Paris und London eine Arbeitsgruppe bilden, die sich regelmäßig zum Informationsaustausch treffen soll.

Es war Browns zweite Auslandsreise nach seinem Amtsantritt am 27. Juni. Am Montag war er in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammengetroffen. (mit dpa)

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