Friedenskonferenz in Annapolis : "Nahostgipfel ist eine Show-Veranstaltung"

Der frühere israelische Botschafter in Deutschland, Avi Primor, hat sich nach dem Nahostgipfel in Annapolis skeptisch zu den Erfolgsaussichten geäußert. Ministerpräsidenten Olmert habe "keine Unterstützung zu Hause".

Hamburg Das Ganze sei vor allem eine Show-Veranstaltung gewesen, sagte Primor, der inzwischen Direktor des Zentrums für europäische Studien an der israelischen Herzlya-Universität ist, dem NDR.

Er bescheinigte dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, ehrlich und gutwillig zu sein. "Aber sie haben keine Unterstützung zu Hause. Olmert weiß, wenn er es wagt, irgendetwas in die Tat umzusetzen, verliert er seine Koalition sofort", sagte Primor. "Und Mahmud Abbas lebt in einem Bürgerkrieg. Was kann er schon bewegen?" Die Grundlage an Ort und Stelle habe sich ja auch nicht geändert. "Und wir wissen, welche Schwierigkeiten bevorstehen, die man gar nicht angetastet hat", sagte Primor.

Es sei auch immer gut, wenn man in einer guten Stimmung über Frieden spreche. Aber ein Ergebnis sei das noch nicht. Primor verwies im NDR auch darauf, dass Olmert und Abbas sich bereits in der Vergangenheit regelmäßig getroffen hätten. Bisher sei dabei aber sehr wenig dabei herausgekommen. (ae/dpa)

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