Politik : Friedensnobelpreis: Südkoreas Präsident nimmt Auszeichnung in Oslo entgegen

Der südkoreanische Präsident Kim Dae Jung hat am Sonntag in Oslo den Friedensnobelpreis entgegen genommen. Der Vorsitzende des Nobelpreiskomitees, Gunnar Berge, überreichte Kim die Auszeichnung, die mit umgerechnet rund zwei Millionen Mark dotiert ist. Berge würdigte die Verdienste Kims um die Annäherung zwischen Süd- und Nordkorea und die Demokratie in Asien.

In seiner Dankesrede schilderte Kim sein historisches Treffen mit dem nordkoreanischen Präsidenten Kim Jong Il im Juni sowie seine Jahre als politisch Verfolgter im eigenen Land. Er kündigte an, seinen Kampf für Demokratie und Menschenrechte sowie den Versöhnungskurs mit Nordkorea fortsetzen zu wollen, der zur Wiedervereinigung der beiden Staaten führen könne. Nord- und Südkorea sind seit dem Ende des Korea-Krieges von 1950 bis 1953 geteilt.

In seiner Laudatio sagte Berge, Kim habe den Mut gezeigt, die seit 50 Jahren andauernde politische Eiszeit auf der koreanischen Halbinsel mit einer "Politik des Sonnenscheins aufzutauen". Damit habe er zur Beseitigung der letzten Überreste des Kalten Krieges in Korea beigetragen. Kim sagte bei der Preisverleihung, er habe vor dem Treffen mit seinem nordkoreanischen Amtskollegen nicht gewusst, was ihn erwarte. Er sei jedoch überzeugt gewesen, dass seine Reise nach Pjöngjang für die Versöhnung und den Frieden notwendig sei.

Kim war in der Zeit der Militärherrschaft in Südkorea in den siebziger und achtziger Jahren ins Gefängnis gesteckt und mehrfach zum Tode verurteilt worden. Der heute 75-jährige Politiker war 1997 zum Präsidenten gewählt worden. Demokratie sei der Wert, der den Menschen Würde verleihe und der einzige Weg zu wirtschaftlichen Wachstum und sozialer Gerechtigkeit, sagte Kim. Am Sonntag wurde ihm zu Ehren ein Feuerwerk in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul abgebrannt.

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