Politik : Friedensrat soll mit Taliban reden

Kabul - Afghanistans Präsident Hamid Karsai will mit Hilfe eines Friedensrates die Gespräche mit den radikalislamischen Taliban in Gang bringen. Die Gründung sei ein „wichtiger Schritt in Richtung der Friedensverhandlungen“, teilte das Präsidialamt am Samstag mit. Mitglieder des Rates würden nach dem Ende des Fastenmonats Ramadan in der kommenden Woche ernannt. Berater Karsais arbeiteten am Samstag an einer Teilnehmerliste, wie es in der Erklärung hieß. Dem Rat für Friedensverhandlungen sollten „Dschihadführer, einflussreiche Persönlichkeiten und Frauen“ angehören. Im Juni hatten 1600 Stammesälteste auf einer traditionellen Friedens-Dschirga Karsais Plan für einen Frieden mit den Taliban zugestimmt. Dazu gehört auch, dass einfache Taliban-Kämpfer eine Amnestie sowie Geld und Aussicht auf einen Arbeitsplatz erhalten sollen, wenn sie die Waffen niederlegen. Zudem sollen zahlreiche Mitglieder von der UN-Terrorliste gestrichen werden.

Die Taliban lehnen Gespräche mit der Regierung ab. Sie fordern, dass zuvor alle ausländischen Streitkräfte Afghanistan verlassen müssen. Das britische Außenministerium begrüßte die Ankündigung für einen Friedensrat. Eine höhere Sicherheit des Landes sei nicht allein auf militärischem Weg erreichbar. „Wir haben immer gesagt, dass ein politischer Prozess benötigt wird, um den Konflikt in Afghanistan zu einem Ende zu bringen“, teilte das Ministerium mit.

Die USA waren gemeinsam mit Verbündeten 2001 in Afghanistan einmarschiert und hatten die radikalislamischen Taliban gestürzt. Seitdem dauert der blutige Aufstand an. Die Zahl der Angriffe Aufständischer auf die internationalen Truppen verstärkte sich in den vergangenen Wochen deutlich. rtr/AFP

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