Friedenstruppe : Bundeswehr beendet Kongo-Mission

Der Einsatz der 780 deutschen Soldaten im Rahmen der Friedenstruppe Eufor ist nach vier Monaten zu Ende. Entwicklungshilfeministerin Wieczorek-Zeul hofft nun, dass die Demokratisierung im Kongo gelingt.

Berlin - Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte, die Mission in Kinshasa sei "hervorragend gelaufen". Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem Einsatz der 780 deutschen Soldaten im Rahmen der Europäischen Friedenstruppe Eufor zur Absicherung der Wahlen. Der Flottillenadmiral Henning Bess wies Kritik an einem vermeintlich zu frühen Abzug vor der Amtseinführung der neuen Regierung zurück.

Wieczorek-Zeul sagte, sie sei "hoffnungsfroh", dass die Demokratisierung im Kongo gelingen könne. Es handele sich jedoch um einen "fragilen" Prozess, bei dem Rückfälle immer möglich seien. Deutschland müsse nun durch die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und eigene Hilfen einen Rückfall in bürgerkriegsähnliche Zustände verhindern helfen. Allerdings seien noch rund 17.000 UN-Soldaten in dem Land.

Der Leiter des deutschen Einsatzkontingents, Bess, sprach von einem guten Zeitpunkt, um die Mission zu beenden. Der eigentliche Wahlprozess sei zu Ende und die Regierung werde in den kommenden Wochen in das Amt kommen. Befragt nach der Gefahr weiterer Unruhen vor der Regierungsbildung sagte Bess: "Wir haben eigentlich ein gutes Gefühl." Im Kongo gebe es über die weitere Entwicklung jedoch nie Gewissheit.

Bess betonte ferner, im Moment überwiege im Kongo das Bedürfnis nach Ruhe und Stabilität. Die Menschen hätten nicht mehr den Wunsch, sich gegenseitig zu bekriegen. Insofern könne man "vielleicht ganz zuversichtlich sein". Der Flottenadmiral zeigte sich zudem "sehr zufrieden", dass es während des viermonatigen Einsatzes zu keinen "ernsthaften Vorfällen" gekommen war und alle Soldaten gesund nach Hause zurückkehren.

Soldaten an Weihnachten zu Hause

Die über 700 Soldaten sollen laut Bess Weihnachten mit ihren Familien feiern können. Das erste Flugzeug mit Soldaten werde die Region am Samstag verlassen. Die letzten beiden Maschinen würden am 22. Dezember abheben.

Der Presseoffizier Peter Fuss zog ebenfalls eine positive Bilanz des Kongo-Einsatzes. "Wir sind natürlich stolz und blicken mit Genugtuung zurück auf das, was wir hier geleistet haben." Die Bundeswehr-Soldaten und ihre Kollegen in der europäischen Eingreiftruppe Eufor hätten durch ihren Einsatz und ihre Glaubwürdigkeit zur Stabilität in diesem Land beigetragen. "Wir gehen deswegen auch mit einem guten Gefühl nach Hause", sagte Fuss. (Von Nina Jerzy, ddp)

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