Politik : Friedensverhandlung: Treffen zwischen Arafat und Barak ohne Durchbruch

Israel und die Palästinenser verhandeln trotz sinkender Hoffnungen weiter über ein dauerhaftes Friedensabkommen. Der israelische Rundfunk meldete am Dienstag, bei dem Treffen zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak und Palästinenser-Präsident Jassir Arafat am Vorabend habe es zwar keinen Durchbruch gegeben, Verhandlungsteams beider Seiten seien jedoch am Morgen nach Washington aufgebrochen, um bis zum Wochenende erneut über die zentralen Streitfragen zu verhandeln. Die israelischen und palästinensischen Teams werden zunächst getrennt mit US-Vermittlern beraten. Direkte Verhandlungen seien jedoch im Anschluss daran nicht ausgeschlossen, hieß es im Rundfunk.

Das Gespräch in Baraks Privathaus in Cochav Jair war das erste Treffen Baraks und Arafats seit dem gescheiterten Nahost-Gipfel von Camp David im Juli. Nach israelischen Medienberichten hatte der US-Geschäftsmann Danny Abraham das Gespräch vermittelt. Ein namentlich nicht genannter israelischer Regierungsvertreter sagte am Dienstag dem israelischen Armeesender, es sei "das beste Treffen der beiden überhaupt" gewesen. Radio Israel zitierte hingegen palästinensische Kreise mit der Einschätzung, es sei wieder "nichts erreicht" worden.

Barak und Arafat hatten in den vergangenen Wochen immer wieder ihr Desinteresse an einem Treffen bekundet, solange dabei keine Fortschritte im Friedensdialog zu erwarten seien. US-Außenministerin Madeleine Albright hatte Arafat jedoch am Samstag in einem Telefongespräch zu dem Treffen mit Barak gedrängt. Der amtierende israelische Außenminister Schlomo Ben-Ami und Barak hatten in den vergangenen Tagen angedeutet, dass ein umfassendes Friedensabkommen mit den Palästinensern möglicherweise nicht erreichbar sei und man sich mit einem Teilabkommen begnügen müsse.

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