Politik : Friedrich nennt Asylzahlen alarmierend

Nürnberg - Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist deutlich gestiegen. Im Juli seien 9516 Erstanträge gestellt worden, erklärte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg. Damit stieg die Zahl der Asylgesuche im Vergleich zum Vorjahresmonat um gut 110 Prozent. Im Juli 2012 hatten 4498 Menschen erstmals Asyl beantragt. Die meisten Asylbewerber stammten aus der Russischen Föderation (1588), besonders aus Tschetschenien, gefolgt von Syrien (999) und Serbien (957). Den Angaben zufolge wurden im Juli 931 Menschen als Flüchtlinge anerkannt. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) bewertete die Zahlen als alarmierend. „Wir werden noch in diesem Jahr die Marke von 100 000 Asylanträgen erreichen“, sagte er der „Augsburger Allgemeine“. Zwischen Januar und Juli seien 52 754 Asylerstanträge gestellt worden, im Vorjahreszeitraum seien es 27 760 gewesen.

Friedrich sicherte zu, die Asylverfahren zu beschleunigen: „Ich habe angeordnet, alle Kräfte darauf zu konzentrieren, dass die Asylverfahren schneller durchgezogen werden.“ Nur etwa ein Zehntel der Antragsteller erhält jedoch tatsächlich Asyl. Den Sicherheitsbehörden bereitet vor allem die Einreise der Russen Kopfzerbrechen. Sicherheitskreise gehen davon aus, dass 90 Prozent der Asylbewerber aus Tschetschenien stammen. Unter ihnen sollen Anhänger der Islamistenorganisation „Kaukasisches Emirat“ und ihres Anführers Doku Umarow sein. rtr/epd

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