Politik : Frist abgelaufen – aber Mladic bleibt auf freiem Fuß

Enver Robelli

Zagreb - Wann wird Ratko Mladic festgenommen? „Wir sind ihm dicht auf den Fersen“ – mit diesen Worten versucht der serbische Ministerpräsident Vojislav Kostunica seit Monaten, die Europäische Union und das UN-Kriegsverbrechertribunal zu beschwichtigen. Dennoch haben Brüssel und UN-Chefanklägerin Carla Del Ponte Ende März nur widerwillig noch eine Frist zur Verhaftung des als Kriegsverbrecher gesuchten Ex-Generals eingeräumt. Schließlich haben bisherige Fristen und Appelle nicht gefruchtet.

Am Sonntag ist die zweite, vorläufig letzte Frist der EU abgelaufen – ohne dass Mladic gefasst wäre. Am Mittwoch will EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn mit Del Ponte über das weitere Vorgehen reden. In Brüssel spricht man bereits von einem neuen Datum: Der Ex-Armeechef der bosnischen Serben, der unter anderem wegen der Ermordung von 8000 Bosniaken (Muslimen) in Srebrenica angeklagt ist, soll bis zum 10. Mai eine Zelle in Den Haag beziehen. Andernfalls droht die EU der serbischen Führung mit dem Abbruch der Verhandlungen über ein Stabilitäts- und Assoziierungsabkommen, das als Vorstufe für EU-Beitrittsgespräche gilt. In Belgrad rechnen nun offizielle Stellen damit, dass die Gespräche abgebrochen werden. Mladics Aufenthaltsort ist offiziell unbekannt.

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