Politik : Frist für Iran endet am Wochenende

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Moskau - Die Außenminister der im Atomstreit mit dem Iran verhandelnden Staaten kommen am Freitag zu Gesprächen in London zusammen. Die Sechser-Gruppe wolle über einen möglichen Kompromiss beraten, sagte ein Sprecher des russischen Außenministeriums. Neben Deutschland sind das die fünf UN-Vetomächte USA, Frankreich, Großbritannien, China und Russland. Die sechs Staaten hatten dem Iran im Frühsommer ein Angebotspaket im Streit um das Atomprogramm des Landes vorgelegt. Als Bedingung für Gespräche sieht es das Aussetzen der Urananreicherung im Iran vor.

Die USA hatten dem Iran bis zum Wochenende Zeit gegeben, um die Anreicherung einzustellen. Am Mittwoch hatte auch der EU-Außenbeauftragte Javier Solana den Ton verschärft und mit Überweisung des Falls an den UN-Sicherheitsrat gedroht. Teheran lehnt einen Stopp der Anreicherung ab.

Nach wie vor ist unklar, ob sich in der iranischen Führung die Hardliner um Präsident Mahmud Ahmadinedschad durchsetzen, die an einer Eskalation der Konfrontation mit dem Westen interessiert sind, oder ob die Pragmatiker unter anderem um den früheren Präsidenten Haschemi Rafsandschani das Land letztlich an den Verhandlungstisch bewegen können. Möglicherweise könnten die Pragmatiker an Einfluss gewonnen haben, zumindest deuten Beobachter deren verstärkte Wortmeldungen und Auftritte zu dem Thema in den vergangenen Tagen dementsprechend. Falls der Iran aber nicht „seiner Verantwortung gerecht“ werden und „eine belastbare Antwort“ auf das Angebot der Sechser-Gruppe geben sollte, wie Außenminister Frank Walter Steinmeier sagt, kommt es möglicherweise bald zu Sanktionen. AFP/Tsp

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