Politik : Front National in Frankreich fast gleichauf mit Sarkozy-Partei

Paris - Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sieht sich kurz nach seinem diplomatischen Triumph in der Libyen-Krise mit einer innenpolitischen Niederlage konfrontiert. Seine Partei erlitt bei den Kantonalwahlen am Sonntag schwere Verluste. Aus der ersten Runde dieses Urnengangs, bei dem die Hälfte der Mandate in den Generalräten, den Versammlungen der 100 Departements, zur Abstimmung standen, gingen die oppositionellen Sozialisten mit einem Stimmenanteil von 25 Prozent klar als Sieger hervor. Die Regierungspartei UMP fiel auf 16 Prozent zurück, dicht gefolgt von der rechtsextremen Nationalen Front, die auf 15 Prozent kam. Die Linke verfügt damit über eine gute Ausgangsbasis, die Zahl der 58 von ihr verwalteten Departments weiter zu erhöhen. Die UMP dagegen dürfte viele der von ihr gehaltenen 44 Departements an die Opposition verlieren. In mehreren Kantonen überflügelte die Nationale Front mit bis zu 40 Prozent Stimmenanteilen die Listen der UMP, so dass es dort in einer Woche zu Stichwahlen zwischen der Linken und der extremen Rechten kommen wird. UMP-Generalsekretär Jean-François Copé empfahl den Wählern seiner Partei zwar, nicht für die Nationale Front zu stimmen, er lehnte es aber auch ab, zur Bildung sogenannter „republikanischer Fronten“ mit der Linken aufzurufen, um den Extremisten den Weg zu versperren. Der Urnengang galt als letzter Probelauf vor der nächsten Präsidentenwahl in einem Jahr. Trotz der geringen Wahlbeteiligung von nur 46 Prozent bestätigte das Ergebnis nach Meinung von Kommentatoren den Sympathiegewinn für die Nationale Front unter ihrer neuen Vorsitzenden Marine Le Pen. hhb

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