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Früherer irakischer Außenminister : Tarik Asis zum Tode verurteilt

Der frühere irakische Außenminister Tarik Asis ist von einem irakischen Gericht zum Tode verurteilt worden. Der christliche Politiker diente unter Saddam Hussein, galt aber im Westen als "freundliches Gesicht des Irak".

Vor Gericht: Tarik Asis, unter Saddam Hussein irakischer Außenminister, wurde zum Tod durch den Strang verurteilt.
Vor Gericht: Tarik Asis, unter Saddam Hussein irakischer Außenminister, wurde zum Tod durch den Strang verurteilt.Foto: Reuters

Ein Gericht in Bagdad hat den früheren irakischen Außenminister Tarik Asis zum Tod durch den Strang verurteilt. Das Sondertribunal für die Verbrechen des Regimes von Ex-Diktator Saddam Hussein warf Asis vor, er sei an der Verfolgung von Mitgliedern religiöser Schiiten-Parteien beteiligt gewesen.

Zugleich wurden laut einem Bericht der irakischen Agentur Sumeria News auch Saddams ehemaliger Privatsekretär Abdulhamid Hammud und der ehemalige Geheimdienstchef Saadun Schakir zum Tode verurteilt.

US-Militärs brachten zur Zeit des Golfkriegs Spielkarten heraus, mit denen die Jagd auf irakische Führungskräfte begleitet wurde. Sie sollten nach und nach abgearbeitet werden je nach. Asis brachte es allerdings nur zur Pik Acht.
US-Militärs brachten zur Zeit des Golfkriegs Spielkarten heraus, mit denen die Jagd auf irakische Führungskräfte begleitet wurde....Foto: dpa

Dem 74 Jahre alten Tarik Asis soll es gesundheitlich nicht gut gehen. Er war in zwei anderen Prozessen, in denen es um seine Rolle bei der Hinrichtung von irakischen Händlern und bei der Vertreibung der Kurden ging, bereits zu insgesamt 22 Jahren Haft verurteilt worden. In einem weiteren Verfahren wegen der brutalen Niederschlagung eines Schiiten-Aufstandes im Jahr 1991 hatte ihn das Gericht freigesprochen.

Der Ex-Diplomat, der gut Englisch spricht und zu Saddams Zeiten in westlichen Medien sehr präsent war, hatte sich im März 2003 den US-Truppen gestellt. Der christliche Politiker galt während seiner Zeit im Außenamt als „freundliches Gesicht des Irak“. Damit war er eine Art Gegenpol zu Saddam Hussein, der in seinen Reden zu außenpolitischen Fragen fast immer aggressiv und unversöhnlich geklungen hatte. (dpa)

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