Führungswechsel : Gabriel und Nahles bilden neues SPD-Führungstandem

Die SPD-Spitze hat sich festgelegt: Umweltminister Sigmar Gabriel soll Franz Müntefering im Amt des Parteivorsitzenden beerben. Andrea Nahles wird neue Generalsekretärin.

BerlinDer Weg zu einem Führungswechsel an der Spitze der SPD ist frei: Neuer Parteichef wird Sigmar Gabriel, Andrea Nahles neue Generalsekretärin. Wie Nachrichtenagenturen berichteten, habe es bei einem Treffen des SPD-Führungszirkels am Mittwochabend gegen diese neue Formation keine Widerstände gegeben.

Die Parteispitze hat sich zudem darauf geeinigt, dass es vier stellvertretende SPD-Vorsitzende geben wird. Darunter sind dem Vernehmen nach Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, die nordrhein-westfälische SPD-Landeschefin Hannelore Kraft und der bisherige Arbeitsminister Olaf Scholz. Hinzukommen wird auch Manuela Schwesig. Die 35-Jährige ist Sozialministerin in Mecklenburg-Vorpommern.

Zuvor hatte der scheidende Parteichef Franz Müntefering angeregt, die Zahl der Stellvertreter von drei auf fünf zu erweitern. Damit wollte er erreichen, dass auch ein Vertreter der SPD in Ostdeutschland und Martin Schulz als Europapolitiker berücksichtigt werden können. Diese Überlegung wurde aber abgelehnt.

Im Laufe des Donnerstag soll es weitere Gespräche geben. Gabriel und Nahles müssen bis dahin noch Details zur Organisation der Parteizentrale im Willy-Brandt-Haus klären. Dabei geht es auch um Personalfragen wie den neuen Bundesgeschäftsführer.

Das Paket soll bis zur Präsidiumssitzung am Montag stehen und am Freitag kommender Woche vom Parteivorstand gebilligt und schließlich Mitte November auf dem Parteitag in Dresden gewählt werden.

Müntefering will dann nicht erneut als Parteichef kandidieren. Auch der gescheiterte Kanzlerkandidat und inzwischen zum Chef der Bundestagsfraktion gewählte Frank-Walter Steinmeier hatte keine Ambitionen auf den Parteivorsitz erkennen lassen. Gleichwohl findet die nun gefundene Lösung auch die Unterstützung der alten Führungsriege sowie der wichtigen SPD-Landesverbände.

ZEIT ONLINE, dpa, Reuters

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