Führungswechsel : Japan bekommt neuen Regierungschef

"Ich habe eine Vorstellung davon, was ich zu tun habe "- so Taro Aso, potenzieller neuer Parteichef der Liberaldemokraten. Am 22. September wird der neue Chef gewählt - der dann gleich das ganze Land regieren wird.

TokioEinen Tag nach der überraschenden Rücktrittsankündigung des japanischen Ministerpräsidenten Yasuo Fukuda sind am Mittwoch die Vorbereitungen für die Wahl eines Nachfolgers angelaufen. Wie verlautete, plant Fukudas regierende Liberaldemokratische Partei (LDP), am 22. September einen neuen Parteivorsitzenden - und damit de facto auch den neuen Regierungschef - zu wählen.

Da die LDP zusammen mit ihrem kleineren Partner Komeito über eine klare Mehrheit im maßgeblichen Unterhaus des Parlaments verfügt, ist die Wahl des LDP-Vorsitzenden zum neuen Regierungschef so gut wie sicher. Als aussichtsreichster Kandidat gilt der frühere Außenminister Taro Aso. Der rechtskonservative Parteiveteran zeigte sich am Mittwoch zur Kandidatur bereit. "Ich habe eine Vorstellung davon, was ich zu tun habe und möchte das gerne umsetzen", sagte er zu Reportern. Aso hatte bei einer kürzlichen Kabinettsumbildung das Schlüsselamt des LDP-Generalsekretärs übernommen und wurde damit rechte Hand seines Rivalen Fukuda. Der 68-jährige Aso gilt als china-kritisch und ist bekannt für seine harte Haltung gegenüber Nordkorea.

Der 72-jährige Fukuda hatte am späten Montag angesichts des erbitterten Widerstands der zunehmend selbstbewussteren Opposition seinen Rückzug angekündigt. Die größte Oppositionspartei der Demokraten (DPJ) nutzte ihre im Sommer 2007 errungene Mehrheit im Oberhaus, um Fukudas Regierungspolitik zu blockieren und ihn zu Neuwahlen zu zwingen. Zudem mangelte es dem eher blassen Fukuda am Rückhalt in der Bevölkerung: Nach letzten Umfragen waren nur noch 29 Prozent mit seiner Politik zufrieden. (eb/dpa)

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