Politik : Fünf Milliarden für Pakistan

Internationale Geberkonferenz sagt Erdbebenopfern Hilfe zu / Musharraf: Kaschmir-Konflikt beenden

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Quetta - Bei einer Geberkonferenz in Pakistan am Samstag haben Vertreter verschiedener Staaten und Institutionen rund 5,4 Milliarden Dollar Hilfe für die Erdbebenopfer zugesagt. Diese Summe, umgerechnet 4,6 Milliarden Euro, übersteigt die von Pakistans Präsidenten Pervez Musharraf und der Weltbank für den Wiederaufbau veranschlagten 5,2 Milliarden Dollar um 200 Millionen. Musharraf dankte den Gebern überschwänglich für die Unterstützung. Diese zeige, dass die Welt „Pakistan nicht vergessen hat“.

Besonders hob er die Hilfe der USA und Saudi-Arabiens hervor. Beide Länder haben mehr als 500 Millionen Dollar Hilfe zugesagt, so der Präsident. Weltbank und Asiatische Entwicklungsbank haben beide jeweils eine Milliarde Dollar Hilfe angekündigt. Deutschland hat nach Angaben der deutschen Botschaft neue Zusagen über 111,6 Millionen Dollar gemacht, die Türkei kündigte 87 Millionen Dollar an Spenden der türkischen Bürger an sowie 150 Millionen seitens der Regierung. UN-Generalsekretär Kofi Annan, der an der Konferenz in Islamabad teilnahm, hatte zuvor eindringlich darum gebeten, die Menschen in Not nicht im Stich zu lassen.

Musharraf nutzte die Konferenz, um einen flammenden Appell an den Nachbarn Indien zu richten, die Gunst des Augenblicks zu nutzen und eine Einigung in der Kaschmirfrage zu finden. „Lasst uns Glück aus den Ruinen dieser Tragödie erwachsen lassen“, sagte er. Beide Staaten streiten seit fast 60 Jahren um die Region und haben bereits Krieg deswegen geführt. Seit zweieinhalb Jahren bemühen sie sich aber um Annäherung. Im Zuge der Erdbebenhilfe könnte sich das Verhältnis weiter entspannen. So hat Indien Pakistan 25 Millionen Dollar Hilfe versprochen, die Waffenstillstandslinie zwischen indischer und pakistanischer Armee in Kaschmir ist jetzt zeitweise für Hilfsgüter und Personenverkehr geöffnet.

Das Beben mit der Stärke 7,6 auf der Richterskala hatte am 8. Oktober im Norden Pakistans eine Fläche von rund 30000 Quadratkilometern verwüstet. Nach Regierungsangaben starben mindestens 73000 Menschen, geschätzt drei Millionen sind obdachlos. In Indien starben 1300 Menschen.

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