Politik : Für behutsame Öffnung

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Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich in der Debatte um Globalisierung und die Reform der internationalen Finanzmärkte zu Wort gemeldet. Gerade werde in Argentinien wieder einmal deutlich, dass vor allem die Armen die Opfer von wirtschaftlicher Instabilität und von Finanz- und Währungskrisen seien, sagte der Bochumer Professor Joachim Wiemeyer, Vorsitzender der Arbeitsgruppe "Weltwirtschaft und Sozialethik" am Dienstag in Frankfurt. In ihrer Studie "Globale Finanzen und menschliche Entwicklung" plädieren die katholischen Bischöfe unter anderem für eine nur allmähliche Öffnung der Kapitalmärkte von Schwellen- und Transformationsländern, für Kapitalverkehrskontrollen und für die Reduzierung der Schulden der ärmsten Länder. Die Möglichkeiten der Tobin-Steuer zur Eindämmung der internationalen Kapitalströme sehen die Bischöfe allerdings eher skeptisch. Sie stellen klar, dass der Aufbau von Finanzmärkten auch in den ärmeren Ländern für die Entwicklung unverzichtbar sei. Auch die Armen müssten Zugang zu Banken und damit zu Krediten haben. Die Studie verweist auf die Risiken der Finanzmärkte: Herdenverhalten ihrer Akteure, immer kurzfristigere Ausrichtung des Kapitals, zu wenig Schranken im internationalen Kapitalverkehr.

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