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Politik : Für immer in Dschidda

Der frühere Diktator Idi Amin wollte in Uganda sterben. Nun wurde er in Saudi-Arabien beerdigt – denn in seiner Heimat hat noch niemand die Tyrannei vergessen

Wolfgang Drechsler[Kapstadt]

Von Wolfgang Drechsler,

Kapstadt

Aus der erhofften Rückkehr in die afrikanische Heimat ist nun nichts geworden. Dabei hatte sich der frühere ugandische Diktator Idi Amin Dada, einer der blutrünstigsten Potentaten des Kontinents, seit seiner Flucht aus Uganda vor 24 Jahren nichts sehnlicher gewünscht, als noch zu Lebzeiten dorthin zurückzukehren. Nun ist er nicht einmal auf afrikanischem Boden begraben worden. Wie ein Sohn des zum Islam konvertierten Diktators gestern mitteilte, wurde sein Vater am Wochenende, nur wenige Stunden nach seinem Tod an Nierenversagen, in der saudischen Hafenstadt Dschidda beigesetzt, wo Amin die letzten zwanzig Jahre im Exil gelebt hatte.

Wer wie so viele Ugander unter Amins Terrorherrschaft in den Siebzigerjahren gelitten hat, dürfte dies kaum bedauern. Rose Kibirige, eine 46 Jahre alte Verkäuferin in Kampala, erinnert sich noch ganz genau daran, wie die Sicherheitskräfte des Diktators ihren Bruder entführten. „Sie warfen ihn in einen Lieferwagen. Als das Auto wegfuhr, schleiften seine Beine über den Boden. Wir haben nie wieder etwas von ihm gehört“, berichtet sie. Kaum eine Familie in Uganda ist von Amins Terror verschont geblieben. Der Wahn des Diktators, ein Land zu islamisieren, in dem nur ein kleiner Teil der Menschen muslimischen Glaubens sind, kostete Hunderttausende das Leben. Seine Feinde soll der Diktator sogar verspeist haben. Allerdings gab er später zu Protokoll, dass ihm „Menschenfleisch zu salzig schmeckt“.

Zu Tausenden verschwanden die Ugander während Amins Tyrannei zwischen 1971 und 1979 in Gefängnissen und Folterzellen. Zahllose verstümmelte Leichen wurden in diesen Jahren an die Ufer des Viktoriasees gespült. Die Führer des afrikanischen Kontinents, deren ganze Aufmerksamkeit damals dem Apartheidregime in Südafrika galt, störte das indes wenig. Im Gegenteil: Sie bewunderten, wie dreist Amin, auch gegenüber dem Westen auftrat und wählten ihn 1975, auf dem Höhepunkt seiner Exzesse, zum Vorsitzenden der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU).

Die Parallelen zu Robert Mugabe sind unübersehbar: Zwar hat der Präsident Simbabwes sein Land völlig ruiniert, doch wird er wegen seiner anti-kolonialen Reflexe, namentlich gegenüber London, von vielen Führern des Kontinents verehrt und verteidigt.

Wie heute Mugabe pflegte auch Idi Amin enge Kontakte zum libyschen Diktator Muammar al Gaddafi. Mit dem Revolutionsführer verband ihn ein abgrundtiefer Hass auf Israel. Gaddafi überzeugte Amin frühzeitig, die diplomatischen Beziehungen zu Israel zu kappen und arabische Terrorgruppen zu unterstützen. Später war Libyen die erste Exil-Station Amins, bevor er nach Saudi-Arabien ging. Im Westen galt Amin lange mehr als ein Politclown denn als Massenmörder. Seine Telegramme an Staatschefs in aller Welt sind legendär. Den einstigen UN-Generalsekretär Kurt Waldheim informierte Amin: „Ich bin ein Bewunderer der historischen Leistungen von Adolf Hitler, der zum Zweck der Einigung Europas Krieg führte und dessen einziger Fehler es war, diesen Krieg zu verlieren.“ Kein Wunder, dass der Schlächter angesichts solcher Geschichtsklitterei keine Gewissenbisse für die eigenen Verbrechen verspürte. Als er im Exil von einem italienischen Journalisten gefragt wurde, ob er Reue empfinde, erwiderte Amin: „Nein, überhaupt nicht. Nur Nostalgie.“

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