Politik : Für Kinder soll es mehr Geld geben

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Berlin Für die Kinder von Geringverdienern gibt es im kommenden Jahr mehr Geld. Der so genannte Kinderzuschlag sei allerdings noch zu wenigen Eltern bekannt, sagte Familienministerin Renate Schmidt (SPD) am Freitag. Bislang hätten erst 10 000 Eltern einen Antrag dafür gestellt. Anspruch auf die Zahlung von bis zu 140 Euro monatlich haben Eltern, die durch Erwerbsarbeit ihren eigenen Unterhalt bestreiten können, nicht aber den ihrer Kinder. Der Zuschlag soll verhindern, dass sie auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind. Anspruch auf die Förderung haben laut Schmidt zunächst 65 000 Familien mit 150 000 Kindern.

Die Ministerin kündigte an, das Instrument des Kinderzuschlags nach einer Erprobungsphase im kommenden Jahr weiterzuentwickeln. Ziel sei es, mehr Eltern und Kinder durch die momentan auf 36 Monate Bezugsdauer begrenzte Leistung zu erreichen, sagte Schmidt. Derzeit lebten 1,1 Millionen Kinder von Sozialhilfe und 350 000 von Arbeitslosenhilfe auf demselben Einkommensniveau. Die Ministerin beklagte in diesem Zusammenhang einen rein auf die Einkommenssituation verengten Armutsbegriff, der tatsächlichen Risiken oder Lebenslagen nur bedingt gerecht werde.

Beim Kampf gegen Kinder- und Familienarmut setzt die Bundesregierung laut Schmidt auch auf den Ausbau der Kinderbetreuung und der Ganztagsschulen, auf ein Konzept gegen Überschuldung und auf bessere Bildungsangebote, die die Alltags-, Haushalts- und Familienkompetenz steigern sollen. Gemeinsam mit dem Bündnis für Familie der Stadt Nürnberg entwickelt das Ministerium in einem Modellprojekt auch Strategien zur Armutsprävention bei Alleinerziehenden.

Die Ministerin rief Länder und Kommunen dazu auf, sich stärker gegen Kinderarmut zu engagieren. Es schade den Betroffenen, wenn Länder wie Hessen und Bayern ihre Zuschüsse für Schuldnerberatungsstellen streichen würden, während die Zahl überschuldeter Haushalte steige, sagte sie. hmt

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