Fujimori-Prozess : Ex-Präsident Perus wegen Todesschwadronen verurteilt

Perus ehemaliger Präsident Alberto Fujimori ist wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen während seiner Amtszeit zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Sandra Weiss

Puebla - Die drei Richter sahen es am Dienstag in Lima als erwiesen an, dass der heute 70-Jährige in den 90er Jahren Todesschwadronen des Militärs den Befehl zu zwei Massakern gab. Damals kamen 25 Menschen ums Leben.

Im Publikum brandeten Freudenrufe auf, als Richter Cesar San Martin am Dienstag den Schuldspruch verlas. „Die vier Anklagen sind für das Gericht erwiesen, der Angeklagte ist daher schuldig", sagte San Martin in dem brechend vollen Gerichtssaal in einer Polizeikaserne in Lima, in dem sich viele Angehörige von Opfern eingefunden hatten.

Das Urteil ist für die Vergangenheitsbewältigung in Peru ein Meilenstein. Fujimori stand wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen während seiner Amtszeit von 1990 bis 2000 vor Gericht, darunter die Ermordung von 15 Menschen während einer Feier im Jahr 1991 und die Ermordung oppositioneller Studenten und Professoren im Jahr 1992. Beide Aktionen wurden von einer paramilitärischen Einheit ausgeführt, die seine Regierung zur Bekämpfung der linken Guerilla ins Leben gerufen hatte. Der japanischstämmige Ex-Präsident, der sich im November 2000 nach einer schweren Korruptionsaffäre nach Japan abgesetzt hatte, bei einer Reise nach Chile im Jahr 2005 aber festgenommen und an Peru ausgeliefert wurde, hatte sich für unschuldig erklärt. Er habe niemals einen „schmutzigen Krieg" angeordnet, war sein Hauptargument. Sein Anwalt kündigte Berufung an. Fujimori sitzt bereits wegen Machtmißbrauchs im Gefängnis.

Das Urteil dürfte weitreichende politische Konsequenzen für Peru haben. Auch dem amtierenden Präsidenten Alan Garcia werden Menschenrechtsverletzungen während seiner ersten Amtszeit in den 80er Jahren vorgeworfen. Mit der Verurteilung Fujimoris dürfte damit der Druck steigen, auch Garcia vor Gericht zu stellen. Sandra Weiss

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