Politik : Fundamentalisten drohen mit weiteren Anschlägen in Ägypten

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen / Präsident Mubarak entläßt seinen Innenminister KAIRO/BONN (dpa/AFP/rtr).Das Massaker von Luxor, das nach letzten Berichten 58 Touristen, davon fünf aus Südwestdeutschland, das Leben gekostet hat, ist weltweit auf Abscheu gestoßen.Zu dem Anschlag bekannte sich die Terrorgruppe Gamaa Islamija, die weitere derartige Aktionen androhte.Der Ägyptische Präsident Mubarak löste Innenminister Hassan el Alfi ab. Mubarak ersetzte Alfi durch den bisher für die Sicherheitsdienste zuständigen Vize-Innenminister Habib el Adli.Alfis Entlassung hatte sich bereits bei Mubaraks Besuch in Luxor abgezeichnet.Mehrfach hatte er im Beisein Alfis die Sicherheitskräfte kritisiert.Alfi hatte im Umgang mit den Moslem-Extremisten stets für eine Politik der eisernen Hand plädiert und zuletzt im vergangenen August ein Angebot zum "Waffenstillstand" von führenden inhaftierten Mitgliedern der Gamaa Islamija ausgeschlagen. Das Bonner Auswärtige Amt wies unterdessen ausdrücklich auf das "für ganz Ägypten bestehende Risiko terroristischer Anschläge" hin.Es rate im Hinblick auf die anhaltenden Auseinandersetzungen von Reisen nach und durch Mittelägypten (Gebiete um Minja, Mallawi, Assiut, Sohag und Qena jeweils beiderseits des Nils) ab, hieß es in einer in Bonn veröffentlichten Erklärung.Die Tourismuswirtschaft befürchtet verheerende Auswirkungen auf das künftige Ägypten-Geschäft.Es wurden zahlreiche Stornierungen gemeldet. Aus einer von der ägyptischen Nachrichtenagentur Mena am Dienstag in Kairo veröffentlichten Namensliste des Kairoer Innenministeriums geht hervor, daß es sich bei den getöteten deutschen Touristen um drei Frauen und zwei Männer handelt.Drei von ihnen waren Mitarbeiterinnern von Kuoni-Reisen in Freiburg, wie eine Unternehmenssprecherin bestätigte.Die drei jungen Frauen im Alter von Mitte 20 seien auf einer privaten Urlaubsreise gewesen. Nach Angaben des Kairoer Innenministeriums sind bislang 51 der 58 Ausländer identifiziert worden.Bei den Getöteten handelt es sich neben den fünf Deutschen um 31 Schweizer, acht Japaner, vier Briten, einen Franzosen, einen Kolumbianer und einen Bulgaren.Außerdem wurden vier Ägypter und die sechs Attentäter getötet. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen sind viele der Opfer mit Messerstichen und scharfen Werkzeugen getötet worden.Die Moslem-Extremisten hätten auch viele Leichen geschändet und beispielsweise Ohren und Nasen abgeschnitten.In Luxor demonstrierten zahlreiche Menschen gegen das Attentat, das sich letzlich gegen ihre Haupteinnahmequelle richtete.

GroKo, Neuwahlen oder Minderheitsregierung? Erfahren Sie, wie es weitergeht - jetzt gratis Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben