Politik : Fusion von WASG und Linkspartei perfekt

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Berlin - Die Mitglieder der westdeutschen WASG und der ostdeutschen Linkspartei haben grünes Licht für ihre Fusion gegeben. Damit ist der Zusammenschluss der beiden Parteien perfekt.

An der Urabstimmung über den Zusammenschluss beteiligten sich bei der WASG zwar nur 49,8 Prozent der Parteimitglieder. Von ihnen votierte aber die große Mehrheit von 83,9 Prozent für die historische Fusion zweier linker Parteien in der Bundesrepublik. Das teilte der Bundesvorstand der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) in Fürth mit. Vorstandsmitglied Thomas Händel sagte: „Wir haben ein sehr gutes Ergebnis. Die neue Linke kommt.“

Auch die Mitglieder der Linkspartei haben sich mit großer Mehrheit für die Fusion mit der WASG entschieden. 96,9 Prozent stimmten für den Zusammenschluss, teilte Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch in Berlin mit. An der Befragung nahmen nach seinen Angaben 82,6 Prozent der Parteimitglieder teil. Die Fusion soll am 16. Juni in Berlin vollzogen werden. Die 11 500 Mitglieder der WASG und die 60 300 Mitglieder der Linkspartei konnten vom 30. März bis zum 18. Mai ihre Stimme abgeben.

Im Bundestag bilden Linkspartei und WASG bereits eine gemeinsame Fraktion. Zwei Parteitage hatten sich schon für die Fusion entschieden. Die neue Partei soll Die Linke heißen und bis 2010 eine Doppelspitze bekommen. Linksparteichef Lothar Bisky hat seine Kandidatur angekündigt. Die WASG-Führungsfigur Oskar Lafontaine hat sich noch nicht zu einer Kandidatur geäußert. Bis 2008 will die neue Partei ihr Programm erarbeitet haben. Mit rund 72 000 Mitgliedern wird sie von den im Bundestag vertretenen sechs Parteien nach der CDU, SPD und CSU die viertgrößte in Deutschland sein.

Am Tag der Fusion am 16. Juni wird der gesamte Vorstand gewählt. Er soll 44 Mitglieder haben – 22 von jeder Partei. Alle Positionen sollen doppelt besetzt werden bis auf das Amt des Bundesgeschäftsführers und des Schatzmeisters. Diese beiden Posten reklamiert die Linkspartei für sich und schlägt die jetzigen Amtsinhaber Dietmar Bartsch und Karl Holluba vor. dpa

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