G-20-Treffen : UN: Hilfe muss wichtiges Thema bleiben

Arme Länder hoffen auf ein Signal der G-20-Staaten. Denn vor allem die ärmsten Länder sind von der Wirtschaftskrise wie dem Klimawandel in besonderem Maß getroffen.

Dagmar Dehmer

Berlin - Wenn sich am 2. April in London die G-20-Staaten treffen, um über die Bewältigung der Weltwirtschaftskrise zu sprechen, werden die Entwicklungsländer „nicht besonders weit oben auf der Tagesordnung stehen“. Das befürchtet Ad Melkert, stellvertretender Leiter des UN- Entwicklungsprogramms (UNDP). Dabei ist Melkert ja schon froh, dass „aus den G 8 die G 20 geworden sind, denn das entspricht den veränderten Kräfteverhältnissen in der Welt“. Dennoch säßen eben mehr als 140 Länder nicht mit am Tisch.

Melkert wirbt dafür, die Lage der Entwicklungsländer und den Klimawandel bei den Krisengesprächen ganz oben auf die Tagesordnung zu setzen. Denn vor allem die ärmsten Länder seien von der Wirtschaftskrise wie dem Klimawandel in besonderem Maß getroffen, sagte er dem Tagesspiegel. In den vergangenen Jahren haben viele Entwicklungsländer von den Rücküberweisungen von Migranten profitiert. „Jetzt bleiben nicht nur die Überweisungen aus, sondern viele Auswanderer kehren in ihre Heimatländer zurück, die darauf nicht vorbereitet sind“, sagte er. Zudem hofft Melkert, dass die „Staatschefs in London ein starkes Signal für den Klimagipfel Ende des Jahres in Kopenhagen geben“. Das sei im gemeinsamen Interesse aller, meint er.

Melkert sieht für die Finanzierung der Entwicklungshilfe mehrere Probleme. Obwohl viele Staaten sich verpflichten, ihren Anteil an Entwicklungsausgaben auf 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen – „auch die deutsche Kanzlerin will daran festhalten“ –, werde das bei sinkender Wirtschaftsleistung „weniger Geld sein“. Die Chancen der Entwicklungsländer, in Zeiten der Wirtschaftskrise Teil der Weltwirtschaft zu werden, seien gering, „obwohl das wichtig bleibt“. Selbst bei einem Erfolgsmodell, den Mikrokrediten, dürfte es Probleme geben, weil weniger Kreditnehmer mit ihren Unternehmungen Erfolg haben dürften. 

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