G-8-Außenministertreffen : Keine Einigkeit in Kosovo-Frage

Die Außenminister der führenden Industriestaaten und Russlands haben bei einem Treffen über den künftigen Status des Kosovo gestritten. Russland bekräftigte, eine Lösung könne nur im Einvernehmen mit Serbien gefunden werden.

Potsdam - Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) appellierte vergeblich an seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow, Moskau solle sich nicht länger einer Statusentscheidung des UN-Sicherheitsrates widersetzen.

Lawrow blieb bei den Gesprächen im historischen Schloss Cecilienhof hart. "Das Schicksal von Serbien, das Schicksal des Kosovo soll nicht in New York, nicht in Potsdam und nicht in anderen Formaten, sondern nur in direkten Verhandlungen zwischen beiden Seiten entschieden werden", sagte er in Potsdam. Zuvor hatte Steinmeier eingeräumt: "Da werden wir eine nicht ganz einfache Diskussion haben."

Steinmeier: Sicherheitsratsentscheidung notwendig

"Wir brauchen kein einseitiges Entgegenkommen (Russlands), sondern wir brauchen eine Verständigung darüber, wie das Verfahren im Sicherheitsrat weitergehen soll", sagte Steinmeier. "Ich hoffe, dass das auch den russischen Vertretern deutlich zu machen sein wird." Steinmeier sagte: "Ohne Sicherheitsratsentscheidung werden wir im westlichen Balkan und im Kosovo nicht weiterkommen."

Lawrow bekräftigte hingegen die russische Position, über den Status der zu Serbien gehörenden und mehrheitlich von Albanern bewohnten Krisenprovinz Kosovo könne nicht gegen den Willen einer der beiden Seiten vom UN-Sicherheitsrat entschieden werden.

Prekäre Lage im Nahen Osten

Die Außenminister haben sich "sehr besorgt" über die Sicherheitslage im Nahen Osten gezeigt. "Wir müssen die Spirale der Gewalt unterbrechen", sagte Außenminister Steinmeier. Nach Angaben aus Delegationskreisen gab es Einigkeit der G-8-Außenminister, dass die palästinensische Führung alles tun müsse, um die innerpalästinensische Gewalt zu beenden und den Raketenbeschuss Israels einzustellen. Israels Ministerpräsident Yehud Olmert und Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas wurden aufgefordert, den Dialog fortzusetzen. (tso/dpa)

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