G-8-Gipfel : Barroso kritisiert Bushs Klimaschutz-Initiative

US-Präsident hat seine Klimschutzstrategie wirksam in Szene gesetzt. Viele neue Impulse hat die Initiativ jedoch nicht zu bieten - konkrete Ziele fehlen ganz. Von Seiten der EU hagelte es daher auch Kritik.

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EU-Kommissionspräsident José Manuel BarrosoFoto: AFP

Berlin - EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat die Weigerung von US-Präsident George W. Bush kritisiert, verbindlichen Vorgaben beim Klimaschutz zuzustimmen. "Die USA haben als großer Schadstoffemittent natürlich eine besondere  Verantwortung", sagte Barroso der "Financial Times Deutschland" . "Es ist klar, dass wir eine ehrgeizigere Position der USA brauchen." Barroso verteidigte verbindliche Klimaschutzvorgaben. "Die USA setzen sehr auf Marktmechanismen beim Kampf gegen den Klimawandel, und das zu Recht." Doch diese funktionierten nur, wenn es verbindliche Ziele gebe.

Der EU-Kommissionspräsident rechnet demnach nicht mehr mit einer Einigung auf konkrete Klimaschutzvorgaben beim G-8-Treffen in Heiligendamm. "Doch ich hoffe, dass die USA das Treffen als Gelegenheit verstehen, den G-8-Gipfel zum Beitrag für das multilaterale Klimaschutzsystem der Uno zu machen."

Bush hatte am Donnerstag erklärt, er werde die führenden Industrienationen auffordern, nach Ablauf des Klimaschutzabkommens von Kyoto im Jahr 2012 ein neues globales Rahmenwerk zum Kampf gegen Treibhausgase zu schaffen. Neuen internationalen Klimaschutzabkommen im Rahmen der Vereinten Nationen standen die USA bisher jedoch ablehnend gegenüber. (mit AFP)

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