Politik : G-8-Gipfel: Die Großen und die Kranken

Aids, Malaria, Tuberkulose - die G-8-Staaten wollen die Vereinten Nationen im Kampf gegen diese Krankheiten nicht allein lassen. 1,3 Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro) werden die USA, Kanada, Japan, Italien, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Russland an einen UN-Fonds überweisen, hieß es in der Abschlusserklärung der Gipfelkonferenz. Und auch aus der privaten Wirtschaft sollen weitere 500 Millionen Dollar fließen. Die G-8 bieten vor allem Afrika eine neue Partnerschaft, um dem Kontinent wirtschaftlich auf die Beine zu helfen. Vorrangige Ziele sind die Bekämpfung von Armut, Krankheiten und Gewalt und der Aufbau einer dauerhaft funktionierenden Privatwirtschaft. UN-Generalsekretär Kofi Annan kommentierte das Projekt: "Eine Milliarde Dollar ist ein guter Beginn, aber viel, viel mehr ist nötig", sagte Annan am Wochenende.

"Wir haben jetzt einen afrikanischen Entwicklungsplan, auf den die G 8 reagieren können", sagte Bundeskanzler Gerhard Schröder. Der Plan soll beim nächsten Treffen in Kanada 2002 weiterentwickelt werden. Vor allem die vor zwei Jahren beim G-8-Gipfeltreffen in Köln begonnene Initiative zur Entschuldung der armen Länder habe "unbestreitbar Erfolge" gebracht: "Wir haben bereits 53 Milliarden Dollar in die Entschuldung investiert." Ursprünglich hatten die Länder 74 Milliarden Dollar Schulden. Die G8 hatten auch mit Nigeria, Südafrika, Mali, Algerien, El Salvador und Bangladesch über Hilfen für Entwicklungsländer beraten.

Die führenden Industriestaaten und Russland sehen in der Globalisierung der Wirtschaft ungeachtet aller Proteste den richtigen Weg, Wohlstand in den Entwicklungsländern zu schaffen. In der Abschlusserklärung des Gipfeltreffens der G 8 in Genua hieß es am Sonntag: "Wir sind fest entschlossen, die Globalisierung so zu gestalten, dass sie allen unseren Bürgern zugute kommt, und insbesondere den Armen der Welt."

Am Rande des dreitägigen Treffens in Genua hatten mehr als 100 000 Menschen gegen diese Politik der G 8 demonstriert. Sie lehnen deren Globalisierungskurs ab, weil sie den Industrienationen vorwerfen, auf Kosten der ohnehin armen und benachteiligten Länder Profit zu schlagen.

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