G-8-Gipfel in Heiligendamm : Schlechte Planung, falsche Taktik

Die Gewerkschaft der Polizei hat gravierende Fehler und "unzumutbare Mängel" beim Einsatz zum G-8-Gipfel von Heiligendamm kritisiert. Den Angriffen der Globalisierungsgegner auf die Beamten sei oft nur tatenlos zugesehen worden.

Heiligendamm
Polizeibeamte sichern Eisenbahngleise bei Heiligendamm (Archivbild vom 06.06.07). -Foto: ddp

Berlin In einem Abschlussbericht zum Gipfeleinsatz Anfang Juni spricht die Gewerkschaft der Polizei (GdP) unter anderem von Fehlern in den polizeistrategischen Planungen und von falschen taktischen Entscheidungen. Außerdem wurden Unterbringung und Verpflegung der rund 20.000 Einsatzkräfte scharf gerügt.

Polizisten seien während ihres Einsatzes häufig Angriffsziel gewalttätiger Chaoten gewesen, die mit Pflastersteinen, Flaschen mit ätzenden Flüssigkeiten und anderen Wurfgeschossen gegen die Beamten vorgegangen seien, heißt es in dem Bericht. Diesen Umtrieben sei nur zugesehen worden. Zudem habe es an Vorkontrollen gefehlt.

"Schlagen sie sich zum Wasser durch"

Als eine Polizei-Einheit unverschuldet zwischen die Fronten zweiter gewaltbereiter Gruppen geraten sei, habe man auf den Hilferuf der Polizisten per Funk geantwortet: "Schlagen Sie sich zum Wasser durch. Dort steht ein Seenotkreuzer". GdP-Chef Konrad Freiberg kritisierte: "Wer solche Funksprüche loslässt, dem mangelt es offenbar an ausreichender Einsatzerfahrung."

Massiv bemängelt wurde zudem die Unterbringung in stillgelegten ehemaligen Kasernen der Bundeswehr. Teilweise hätten dort weder Duschen noch Toiletten funktioniert. Als "größtenteils ungenießbar" bezeichneten die Einsatzkräfte das durch Catering-Unternehmen gelieferte Essen. Die GdP hat ihren Abschlussbericht an die Innenministerkonferenz weitergeleitet mit der Forderung, künftig bestimmte Standards einzuhalten. (mit ddp)

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