G-8-Gipfel : Ruhige Nacht vor der Bush-Ankunft

Nach einer friedlichen Kundgebung am Rostocker Stadthafen ist es bei den Anti-G-8-Protesten auch in der Nacht bis auf wenige Ausnahmen ruhig geblieben. Die Polizei will jetzt mehr Präsenz zeigen.

RostockBei den G-8-Protesten in Rostock ist es in der Nacht relativ friedlich geblieben. Bei neuen Protestaktionen wurden 50 Polizisten leicht verletzt, als gewalttätige Demonstranten eine Rauchbombe zündeten. Fünfzehn Beamte mussten wegen Haut- und Augenreizungen in Krankenhäusern behandelt werden. Im Tagesverlauf habe die Polizei insgesamt 66 Personen vorläufig in Gewahrsam genommen, sagte der Sprecher.

Eine nach mehrstündigen Verhandlungen verspätet begonnene Demonstration von G8-Kritikern gegen die Einwanderungspolitik in Deutschland war am Montagabend vorzeitig beendet worden. Die Organisatoren selbst hatten den Protestzug mit rund 8000 Demonstranten aufgelöst, weil sie eine von der Polizei aus Sicherheitsgründen verlangte Änderung der Marschroute nicht akzeptieren wollten.

Unter den Demonstranten befanden sich laut Polizei etwa 2500 militante und vermummte Teilnehmer. Nachdem diese Personen Flaschen und Steine aufgenommen hatten, war der Start des Aufzugs zunächst untersagt worden. Zu einer störungsfreien Abschlusskundgebung hatten sich abends im Rostocker Stadthafen noch 1300 Gipfelgegner eingefunden.

Polizei: Auf Behinderungen wird sofort reagiert

Kurz vor der Ankunft von US-Präsident George W. Bush am G8-Tagungsort Heiligendamm fühlt sich die Polizei auf den Besuch gut vorbereitet. Die Polizei wisse natürlich, was auf sie zukomme, wenn es darum gehe, die Delegationen zum Gipfelort zu lotsen, sagte Polizeisprecher Axel Falkenberg im ZDF. Man habe mit dem "Block G8" über geplante Blockaden gesprochen. "Wenn Behinderungen geschehen, werden wir sofort reagieren."

Entgegen anders lautender Medienberichte habe es im Polizeieinsatz keinen grundsätzlichen Strategiewechsel gegeben, hieß es in einer in der Nacht von der Polizei verbreiteten Pressemitteilung. Es werde weiter auf Deeskalation gesetzt. Der Schutz von friedlichen Demonstranten und die Gewährleistung des Versammlungsgrundrechtes friedlich und ohne Waffen sei weiterhin "oberstes Einsatzziel". Gegen Gewalttäter werde man jedoch nach wie vor rasch vorgehen. (mit ddp)

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