Politik : G-8-Gipfel soll Afrika helfen

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Davos – Der deutsche G-8-Gipfel im Juni ist entscheidend für die Zukunft Afrikas – das ist eine Schlussfolgerung eines hochkarätigen Gesprächskreises beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki, der am Freitag mit am Tisch saß, rief dazu auf, sich in Heiligendamm um die Umsetzung bestehender Zusagen und einen weiteren Schuldenerlass zu bemühen: „Lasst uns nicht neue Programme starten.“

Für Popstar Bono, der sich seit Jahren für Afrika engagiert, ist Korruption das größte Problem, größer noch als die Aids-Epidemie. Doch seien auch die immer wieder gebrochenen Versprochen der industrialisierten Welt ein Verbrechen. „Wenn wir nach Heiligendamm gehen, werden wir herausfinden, wo wir stehen. Wenn wir scheitern, ist das Korruption größter Ordnung“, sagte Bono, der wie Mbeki als Gast in Heiligendamm erwartet wird. Der Gipfel-Beauftragte von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bernd Pfaffenbach, versicherte, dass Deutschland die Afrika-Frage sehr ernst nehme, aber das Heil nicht in zusätzlichen Finanzzusagen sehe. Nötig seien mehr private Investitionen, um Afrika zu einem Boom zu verhelfen, wie ihn die asiatischen Tigerstaaten vor 20 Jahren erlebt hätten.

Der britische Premier Tony Blair hob die Signalwirkung der Welthandelsgespräche hervor, die am Wochenende in Davos fortgeführt werden. „Wenn das scheitert, ist das eine Katastrophe.“ Er sei „vorsichtig optimistisch“, dass es einen Kompromiss geben werde, der Afrika einen gerechteren Anteil am Welthandel ermögliche. Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf wies auf die Ressourcen des Kontinents hin. „Bei Gott, wir sollten wirklich nicht arm sein.“ Moritz Döbler

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