G-8-Proteste : "Tornado-Einsatz ist eine Provokation"

Der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz hat den Einsatz von Tornado-Flugzeugen der Bundeswehr beim G-8-Gipfel kritisiert. "Jung sollte uns nicht reizen", sagte er in Richtung des Verteidigungsministers.

Aus der Luft:
Aus der Luft: Aufnahme des Lagers der G-8-Gegner in Reddelich bei HeiligendammFoto: ddp

Passau - Der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz hat den Einsatz von Tornado-Flugzeugen der Bundeswehr beim G-8-Gipfel kritisiert. Dieser sei zwar verfassungsrechtlich unbedenklich, politisch aber extrem unklug und unsensibel gewesen, sagte Wiefelspütz der "Passauer Neuen Presse". An die Adresse von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) warnte er: "Das ist eine Provokation. Jung sollte uns nicht reizen." Der Minister hatte zuvor bestätigt, ein Aufklärungs-Tornado habe vor dem G-8-Gipfel in Heiligendamm von einem Protest-Lager in Reddelich Luftaufnahmen gefertigt.

  Die Polizei hätte die Aufklärung auch per Hubschrauber leisten können, sagte Wiefelspütz. "Dem Verteidigungsminister fehlt offenbar der politische Instinkt", kritisierte er. Jungs Vorgänger Peter Struck (SPD) hätte so etwas nicht zugelassen.

Der verteidigungspolitische Sprecher der Grünen, Winfried Nachtwei, sagte dem Blatt, der Tornado-Einsatz überdehne die Grenzen der technischen Amtshilfe. "Der Bundesverteidigungsminister verbiegt die Verfassung" , kritisierte Nachtwei. Er kündigte an, das Thema am Mittwoch auf die Tagesordnung des Verteidigungsausschusses im Bundestag zu setzen. (mit ddp)

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