Politik : G 8 wollen Drogengeschäft in Afghanistan eindämmen

-

München - Im jahrelangen Kampf gegen den Drogenanbau in Afghanistan vermisst Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) Erfolge. „Die Ergebnisse sind noch alles andere als befriedigend“, räumte Schäuble am Freitag zum Abschluss des Treffens der Innen- und Justizminister der führenden Industrieländer und Russlands (G 8) in München ein. Afghanistan sei weiterhin der weltweit größte Opiumproduzent, hieß es auch in der Abschlusserklärung der Ministerrunde.

Zusammen mit der afghanischen Regierung wollen die G 8 weitere Anstrengungen unternehmen, um einen Rückgang beim Drogenanbau und - handel zu erreichen. Mehr als 90 Prozent der weltweiten Heroinproduktion gehen inzwischen auf afghanischen Schlafmohn zurück. Im vergangenen Jahr hatten die Bauern am Hindukusch eine Rekordernte eingefahren. Das Drogengeschäft ist für die radikalislamischen Taliban eine der wichtigsten Geldquellen. Für die Bauern ist der Mohnanbau oft die einzige Existenzgrundlage. Die erfolgreiche Bekämpfung des Schlafmohnanbaus und des Rauschgifthandels seien ein wesentliches Element, um das Land zu stabilisieren und die Region zu befrieden, erklärten die G-8-Minister.

„Ermutigende Fortschritte“ gebe es im Norden und im Zentrum Afghanistans. Besorgt äußerten sich die Minister aber über die Situation im umkämpften Süden, wo mehr als 60 Prozent des Opiums angebaut werden „und wo Rauschgifthändler, Aufständische und Terroristen gemeinsame Sache gegen die Regierung und die internationalen Streitkräfte machen“. Als Ziel nannten die Minister, einen „nachhaltigen Rückgang“ beim Drogenanbau und -handel zu erreichen. „Die Bekämpfung der Korruption muss im Zentrum dieser Anstrengungen stehen.“ Auch müsse die Zusammenarbeit mit Afghanistans Nachbarstaaten verstärkt werden, um den Rauschgiftschmuggel einzudämmen, sagte Schäuble. Auch der Iran müsse einbezogen werden.

Bei den Maßnahmen gegen die Drogenproduktion blieben die G-8-Vertreter vage. So sollen „legale Existenzmöglichkeiten“ für die Bauern gestärkt werden. Außerdem soll „durch gezielte Maßnahmen gegen Händler und ihre Hintermänner“ der Drogenhandel unterbunden werden. Auch solle die Nachfrage nach illegalen Drogen verringert werden. Die Ministerrunde ist allerdings kein Beschlussgremium. Das Treffen diente der Vorbereitung des G-8-Gipfels in Heiligendamm in zwei Wochen. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben