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G8-Gipfel in Camp David : Balance zwischen Sparen und Wachstum gesucht

Barack Obama schont seine Gäste an ihrem ersten Tag in Camp David noch weitgehend. Gleichzeitig lässt er durchblicken, dass die USA nicht nur über die prekäre Lage einiger Euro-Staaten beunruhigt sind - sondern auch über den Kurs, den Deutschland eingeschlagen hat.

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US-Präsident Barack Obama glaubt, dass Deutschland in seinen Sparbemühungen zu weit geht.
US-Präsident Barack Obama glaubt, dass Deutschland in seinen Sparbemühungen zu weit geht.Foto: dapd

Camp David,G8-Gipfel,Obama,MerkelFalls sich die Gewichte zwischen den Befürwortern der Austeritäts- und der Wachstumsfraktion in der Eurozone durch die jüngsten Wahlen in Griechenland und Frankreich verschoben haben, dann war das weder der Körpersprache des Gastgebers des G-8-Gipfels anzumerken noch dem Abschlusskommuniqué. Als Präsident Barack Obama seine Gäste in Camp David, dem Landsitz des Weißen Hauses in den Catoctin-Bergen gut hundert Kilometer nordwestlich von Washington, im Freien begrüßt, wirkt der Empfang für Kanzlerin Angela Merkel, die einzige Frau unter lauter Männern, besonders herzlich. Nach Küsschen auf beide Wangen erkundigt er sich mitfühlend, wie es ihr gehe. Er lässt durchblicken, dass er auch über die innenpolitische Dynamik nach der Wahl in Nordrhein- Westfalen im Bilde ist. „Du hast zur Zeit eine ganze Menge zu bedenken.“

Mit Francois Hollande ist Obama noch nicht ganz so vertraut. Drei der acht Staats- und Regierungschefs sind seit dem letzten G-8-Treffen neu gewählt worden, vor dem Franzosen der Italiener Mario Monti und der Japaner Yoshihiko Noda. Am Freitagmittag hatte Obama Hollande bereits im Weißen Haus empfangen und ihm damit hilfreiche Bilder für die Innenpolitik gegeben: Kaum im Amt bewegt sich der Neue in den symbolhaften Kulissen der Weltpolitik. Am Abend in Camp David begrüßt Obama ihn schon fast wie einen alten Bekannten. Hollande ist als Einziger mit Krawatte erschienen. Obama neckt ihn: „Francois, wir hatten doch gesagt: Du kannst die Krawatte ablegen.“ Die trage er „für meine Presse“, erwidert der Franzose. Obama lacht verständnisvoll: „In den Medien musst du immer gut aussehen.“

Ein Treffen in familiärer Atmosphäre, damit man sich ungezwungen austauschen könne, hatte das Weiße Haus angekündigt. Camp David wurde als rustikale Version der legendären ersten Kamingespräche auf Schloss Rambouillet 1975 auserwählt. Der Landsitz liegt in den Laubwäldern eines Naturschutzparks. Die Bebauung ist einem „Camp“ nachempfunden, wie sie Holzfäller und Militärs in der Kolonialzeit angelegt haben: einstöckige, langgestreckte „Cabins“. In der größten mit dem Namen „Laurel“ setzen sich die Acht, ergänzt um EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso und den Vorsitzenden des Europäischen Rats, Herman van Rompuy, um einen runden Tisch zum Dinner. Es ist ein lauer Frühsommerabend, die Vögel zwitschern. Die Gäste übernachten eigenen „Cabins“, die Kanzlerin in der „Red Oak Lodge“, Obama in „Aspen“, wie stets, wenn er hier Wochenenden mit Familie verbringt.

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