Politik : Gabriel wirbt in China für gutes Klima

Till Fähnders (mit AFP,dpa)

Peking - Die Irritationen zwischen Deutschland und China sind nach Ansicht von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel „ausgeräumt“. Der SPD-Politiker ist der hochrangigste deutsche Besucher in China, nachdem es zu diplomatischen Irritationen gekommen war, weil Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im September den Dalai Lama empfangen hatte. Im Rahmen seines dreitägigen Aufenthaltes in dem Land traf Gabriel am Donnerstag in Peking mit dem chinesischen Vizeaußenminister Zhang Yesui und weiteren Regierungsvertretern zusammen und sprach auf einer energiepolitischen Konferenz.

Der Umweltminister begrüßte die Pläne Chinas für den massiven Ausbau erneuerbarer Energien. „China ist ein Land mit einem rasanten Wachstum der Wirtschaft, aber auch mit einem rasanten Wachstum im Energieverbrauch“, sagte Gabriel bei der Eröffnung der Konferenz. Dies stelle das Land vor eine doppelte Herausforderung: eine drastisch wachsende Bevölkerung angemessen zu versorgen und zugleich dem Klimawandel entgegenzutreten.

China sei „der wahre Weltmeister bei der Installation von Windenergieanlagen“, sagte Gabriel mit Blick auf die bereits installierten Anlagen mit sechs Gigawatt Leistung. Bis 2020 sollen diese auf 30 Gigawatt steigen. Doch die Offensive bei erneuerbaren Energien ist nur die halbe Wahrheit. Jeden Tag gehen in China neue Fabriken in Betrieb. In den Städten entstehen in rasendem Tempo neue Wohn- und Geschäftshochhäuser. Um den Energiehunger der schnell wachsenden Wirtschaft zu stillen, wurden in China allein 2007 Kraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 120 Gigawatt neu gebaut. Dies sind meist Kohlekraftwerke mit hohen Treibhausgasemissionen. Till Fähnders (mit AFP und dpa)

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