Gaddafi-Besuch : Sarkozy trifft Hinterbliebene libyscher Terroropfer

Noch während Libyens Machthaber Gaddafi in Paris weilt, will Frankreichs Präsident Sarkozy eine Gruppe von Hinterbliebenen eines libyschen Terroranschlags von 1989 treffen. Beim Absturz eines Passagierflugzeugs waren damals 170 Menschen ums Leben gekommen.

Sarkozy
Zu viel Nähe? Präsident Sarkozy steht in der Kritik, weil er Revolutionsführer Gaddafi angeblich hofiert. -Foto: AFP

ParisFrankreichs Präsident Nicolas Sarkozy beabsichtigt, noch während des Besuchs von Muammar el Gaddafi eine Gruppe von Hinterbliebenen eines libyschen Terroranschlags treffen. Sarkozy wolle die Angehörigen am Abend im Elyséepalast empfangen und "das Andenken an die 170 Toten ehren", teilte sein Büro mit.

Sarkozy wolle den Hinterbliebenen auch "seine Bewunderung für die Würde und den Mut" aussprechen, die sie seit dem tödlichen Anschlag im September 1989 bewiesen hätten. Zugleich werde Sarkozy darauf hinweisen, dass Libyen sich jüngst zwar in die Weltgemeinschaft eingefügt habe, dass Frankreich die "barbarische und unmenschliche Tat" von damals aber immer noch verurteile.

Libyen hatte im Jahr 2003 die Verantwortung für den Terroranschlag in der nigerischen Wüste Ténéré übernommen. Beim Absturz der Passagiermaschine waren seinerzeit 170 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 54 Franzosen. Libyen zahlte für jeden Toten eine Million Dollar Entschädigung. Die Hinterbliebenen hatten sich im September "schockiert" darüber gezeigt, dass Frankreich nun Rüstungsgeschäfte mit dem nordafrikanischen Land macht. (jvo/AFP)

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