Politik : Gaddafi setzt Hubschrauber mit Rot-Kreuz-Markierung ein

Bengasi/Kairo - Das Leiden in der belagerten libyschen Hafenstadt Misrata nimmt kein Ende: Jetzt sind die Militärs des libyschen Diktators Muammar al Gaddafi nach Darstellung der Aufständischen zu illegaler Kriegsführung übergegangen. Demnach sollen Hubschrauber mit Markierungen des Roten Kreuzes Minen im Hafen verlegen, während die international geächteten Streubomben erneut Schäden in der Stadt anrichteten. Zwei Menschen seien bereits durch die kleinen, heimtückischen Sprengsätze ums Leben gekommen. Und die Kampfjets der Nato haben noch kein Mittel gegen die neueste Waffe der Gaddafi-Militärs gefunden: langsame, aber wendige Agrarflieger als Bomber. Die Bomben aus den „Kartoffelfliegern“ zerstörten das einzige Treibstoffdepot der Aufständischen. Die im von Gaddafi kontrollierten Westen des Landes gelegene Enklave Misrata wird von den Regimegegnern seit mehr als zwei Monaten gegen de Truppen des Regimes verteidigt.

Britische Kampfflugzeuge zerstörten bei einem Einsatz in der Nähe der Hafenstadt Sirte Raketenwerfer samt Munition. Wie der Sender BBC berichtete, waren die beiden „Tornados“ auf Waffensysteme vom veralteten sowjetischen Typ „Frog-7“ sowie Scud-Raketen angesetzt. Aus dem Verteidigungsministerium in London verlautete, der Angriff sei „enorm erfolgreich“ verlaufen.

Nach Kämpfen an der libysch-tunesischen Grenze warnte die Regierung in Tunis das Nachbarland vor einem weiteren Bombardement einer Grenzstadt. Bei heftigen Kämpfen um den westlichen Grenzposten Wassin hatten die Gaddafi-Truppen auch das Gebiet Tunesiens beschossen. Der umkämpfte Posten Wassin dient den Aufständischen als Nachschublinie für die von ihnen „befreiten“ Gebiete im Nafusa-Gebirge. dpa

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