Politik : Gaddafi-Truppen greifen Ort in Tunesien an

Dehiba - Der Libyenkonflikt greift auf Tunesien über. Einheiten des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi lieferten sich am Freitag im tunesischen Grenzort Dehiba Gefechte mit dem Militär des Nachbarlandes. Ein Augenzeuge berichtete, die Gaddafi-Einheiten hätten zunächst Granaten auf Dehiba abgeschossen, wo sich libysche Rebellen verschanzt hätten. Dann rückten einige von ihnen in den Ort vor. Es war das erste Mal, dass libysche Bodentruppen die Grenze überquerten. Die Aufständischen hatten sich in den vergangenen Tagen aus der westlichen Bergregion Libyens ins Nachbarland abgesetzt, nachdem Getreue Gaddafis einen Grenzübergang in ihre Gewalt gebracht hatten, der zuvor von den Rebellen eingenommen worden war. Das tunesische Militär soll gegen die Gaddafi-Einheiten gekämpft haben. Einwohner berichteten, dass auch in Wohnhäusern Granaten eingeschlagen seien. Mindestens eine Frau sei dabei verletzt worden.

Auch die libysche Stadt Misrata war am Freitag wieder schwer umkämpft. Rebellen und Regierungstruppen lieferten sich heftige Gefechte um den Flughafen der Rebellenhochburg. Ein Nato-Sprecher sagte, Gaddafi-Einheiten hätten Minen am Hafen der Rebellenhochburg Misrata verlegt, um Hilfslieferungen in die Stadt zu blockieren. Operationschef Robert Weighill sagte hingegen in einer Videoübertragung aus dem zuständigen Nato-Hauptquartier in Neapel, Schiffe der Nato hätten erfolgreich eingegriffen und das Minenlegen verhindert. rtr/AFP

» Mehr Politik? Tagesspiegel lesen + 50 % sparen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben