Gaddafis Übersetzer berichtet : "Er verehrt Rommel und Ludwig XIV."

Angesichts des Volksaufstandes in seinem Land fühlt sich Libyens Machthaber Muammar al Gaddafi nach Aussage seines französischen Übersetzers „traurig“ und „verraten“.

Meftah Missuri, der seit 16 Jahren für den Revolutionsführer als Übersetzer ins Französische tätig ist, sagte, Gaddafi habe „niemals“ mit solchen Unruhen gerechnet und sei deshalb „wirklich traurig“. „Er glaubt, alles für die Libyer getan zu haben“, sagte Missuri. Gaddafi fühle sich nun „von der ganzen Welt verraten“. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und den italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi habe er als „Freunde“ betrachtet. Um die Lage in dem nordafrikanischen Land zu stabilisieren, seien „Wunder“ nötig, sagte der promovierte Historiker Missuri, der einst auch als Diplomat tätig war. Die Krise sei nur über „Vermittlung“ zu meistern, ergänzte er. Bei einer Vermittlung sei aber auch der Wille zu Zugeständnissen gefordert. „Ich weiß nicht, ob er dazu in der Lage ist“, sagte der Übersetzer über seinen Chef. Gaddafi gebe „niemals“ auf. Gaddafi sei „besessen von Militärgeschichte“. Er verehre besonders den deutschen General Erwin Rommel, der wegen des Afrikafeldzugs während des Zweiten Weltkriegs den Beinamen „Wüstenfuchs“ trägt. Außerdem sei er Verehrer des französischen „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV.AFP

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