Gaddafis Verbündeter : Chávez lobt Merkels Haltung in der Libyen-Frage

Bundeskanzlerin Merkel verhält sich mit ihrer skeptischen Haltung zu einem Flugverbot über Libyen richtig, sagt der venezolanische Präsident Chávez. Für die deutsche Regierungschefin ist das ein durchaus zweifelhaftes Lob.

Handschlag: Hugo Chávez (l.) und Angela Merkel lächeln für die Journalisten. Die Aufnahme stammt von 2008.
Handschlag: Hugo Chávez (l.) und Angela Merkel lächeln für die Journalisten. Die Aufnahme stammt von 2008.Foto: dpa

Venezuelas linkspopulistischer Präsident Hugo Chávez hat in seiner wöchentlichen Fernsehsendung die Haltung der deutschen Regierungschefin zu den Unruhen in Libyen als „intelligent“ hervorgehoben. Zugleich kritisierte er Großbritannien und Frankreich, denen er vorwarf, einen Invasionsplan der USA zu unterstützen.

Der venezolanische Staatschef ist ein Verbündeter von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi. 2009 hatte er seinen „Freund“ Gaddafi als „einen der größten Staatsmänner des Jahrhunderts“ gewürdigt. Insofern ist sein Lob durchaus strategisch zu verstehen und für Merkel ein zweifelhaftes. 

  „Die Kanzlerin hat gesagt, dass sie mit einer Invasion nicht einverstanden ist - das, was die USA vorschlagen“, sagte Chávez in seiner Sendung „Aló Presidente“ („Hallo Präsident“) am Sonntag (Ortszeit). „Mit scheint die Haltung der deutschen Kanzlerin intelligent, aber die Engländer sind, nun gut, maßlos, die Franzosen auch, sehr merkwürdig, der Präsident Frankreichs kam mir schon sehr sonderbar vor“, fuhr Chávez fort.

Nachdem die Arabische Liga sich für ein Flugverbot über Libyen ausgesprochen hat, sind nun die Vereinten Nationen am Zug. Der Schritt, mit dem Luftangriffe der Gaddafi-Truppen auf die Bevölkerung verhindert werden sollen, ist aber nicht unumstritten. Die Veto-Mächte China und Russland standen einem Flugverbot bislang skeptisch gegenüber. (dpa)

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