Gammelfleisch : Lebensmittelkontrolle soll grundlegend reformiert werden

Als Konsequenz aus den jüngsten Gammelfleischskandalen hat Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) eine Reform der Lebensmittelüberwachung gefordert.

Berlin - Bundesweit sollten einheitliche Standards eingeführt werden, sagte Seehofer. Dazu gehöre der Aufbau eines Systems zum Qualitätsmanagement.

"Die Vier-Augen-Kontrollen sollen zur Regel werden", betonte der Minister. Auch das Rotationsprinzip sei unverzichtbar. Seehofer zufolge soll zudem ein bundesweites Frühwarnsystem eingerichtet werden. Es solle eine für jede Kontrollbehörde verfügbare Informationsdatei entstehen. Eine weitere notwendige Säule der Lebensmittelüberwachung sei die "unterstützende Einbeziehung des Bundes bei außergewöhnlichen Ereignissen". Dies sei bei nennenswerten Tierseuchen bereits jetzt der Fall.

"Ich bin sehr entschlossen, diesen Weg zu gehen", betonte der Verbraucherschutzminister. Er hoffe auf einen möglichst großen Konsens mit den Ländern. Sollte das nicht der Fall sein, werde er den Rahmenvorschlag dem Bundesrat direkt zur Entscheidung vorlegen. Er wolle nicht der "Oberlehrer der Länder" sein.

Ein Jahr nach den ersten Gammelfleischfunden in Deutschland gibt es nach Angaben der "Berliner Zeitung" kaum zusätzliche Lebensmittelkontrolleure. Nur in Bremen wurde danach ein zusätzlicher Kontrolleur angestellt. (tso/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben