Politik : Ganz schön alt

Robert von Rimscha

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Heute soll es mal ums Altern gehen. Das ist ein ambivalentes Thema, logisch, das Älterwerden hat schließlich seine Vor- und Nachteile. Fangen wir mit den Nachteilen an. Der größte Nachteil am Altern ist, dass die Nachteile zuweilen früher sichtbar werden, als dies so allgemein erwartet wird. Zum Beispiel in früh abgenutzten Regierungsbauten. Es gibt solche, in denen seit Jahren regiert wird (Berlin), solche, in denen seit Jahrzehnten regiert wird (Brüssel) und solche, in denen bereits seit Jahrhunderten Regierende sitzen (Rom). Nun wurde am Rande des Hauses der Bundespressekonferenz, bezogen im Jahr 2000 (oder war es 1999?), ein Schild mit der Aufschrift „Sanierungsarbeiten“ entdeckt. Auch hier im Büro klafft ein Riss in der Wand, und von der Decke rieselt der Putz. Das muss der märkische Sand sein. Schräg gegenüber, im Kanzleramt, erahnt man auch schon, wann die erste Generalüberholung nötig wird. Die Außenmauern ergrauen rasch, der metallic-türkisene – so heißt die Farbe wohl – Teppichboden hat längst Brandlöcher und abgewetzte Stellen, und Dellen in den Metallblenden sind auch nicht schön.

Verlassen wir dieses grässliche Thema, kommen wir zum Schönen am Altern. Da hat ja diesen Sommer über ein Mann von sich reden gemacht, den ohne seine Hüftgelenks-Kritik kaum einer kennen würde. Philipp Mißfelder, der Chef der Jungen Union. Von dem ist zu vermelden, dass er gerade 24 Jahre alt geworden ist. Das ist offenbar ein Alter, wo die Freude noch überwiegt, ein weiteres Kerzlein anzünden zu dürfen. Angela Merkel jedenfalls sagte zu Mißfelder: „Wir gratulieren Ihnen zu Ihrem 24. Geburtstag. Wir sind froh, dass Sie ein Jahr älter geworden sind!“

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben