Politik : Gartenrevolution

Matthias Meisner

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Sie soll von keinem unterschätzt werden, die Arbeitsgemeinschaft Erholungsgrundstücke und Kleingartenwesen bei der PDS. Mehr Datschen, weniger Pachten, überhaupt eine „größere gesellschaftliche Anerkennung“ der Schrebergärten, dafür kämpfen die Gartenfreunde, die sich in der Sozialisten-Partei tummeln zwischen der AG Christen, dem Kuba-Solidaritätskomitee, Marxistischem Forum, Ökologischer Plattform und Senioren-Arbeitsgemeinschaft. Ein lebendiges Parteileben ist das bisher noch, und man würde gut verstehen, dass die Arbeitsgemeinschaft Erholungsgrundstücke und Kleingartenwesen äußerst besorgt ist, dass ihre Mutterpartei gerade einzugehen droht. Sind die Genossen bald nur noch Gartenzwerge in der politischen Landschaft?

Doch lassen wir hier hinter den Linden, mitten in der Großstadt, die Kleingärtner einmal selbst zu Wort kommen: Sie haben mehr als zwei Monate nach dem Debakel der PDS bei der Bundestagswahl die Aussichten selbst eingeschätzt. Und dies ganz optimistisch: Nach ihrer Erklärung wird die PDS voranschreiten, „ungeachtet aller Unkenrufe aus dem Lager des politischen Gegners und selbst aus den eigenen Reihen“. Nur zielstrebig und konsequent müssten die Parteibeschlüsse umgesetzt werden – die Rede ist von „Konzepten, Projekten, Aktionen“. Erholungswesen, ist aus diesen Zeilen zu lesen, ist eben nicht mit sozialistischem Müßiggang zu verwechseln. Und wir malen uns aus, wie spätestens im Frühjahr tausende rote Fahnen auf den Grundstücken der Genossinnen und Genossen aus der Kleingarten-AG wehen.

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