Gaspipeline : Rückschlag für Pipeline Nabucco

Bei einem EU-Energiegipfel in Prag versagten mehrere kaspische Gaslieferländer ihre Unterstützung für die Pipeline, mit der ab 2014 Erdgas vom Kaspischen Meer nach Europa gepumpt werden soll. Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan unterzeichneten die Abschlusserklärung des Gipfels nicht.

Prag -

Die wichtigen Transitländer Türkei und Georgien und Aserbaidschan setzten dagegen ihre Unterschrift unter das Dokument. Diese vier Länder verpflichteten sich, gemeinsam mit der EU an der Verwirklichung der Nabucco-Pipeline zu arbeiten. Bis Ende Juni soll dazu in der Türkei ein Grundsatzabkommen unterzeichnet werden. EU-Energiekommissar Andris Piebalgs zeigte sich in Prag zuversichtlich, im Juni das nötige Transitabkommen mit der Türkei unterzeichnen zu können. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte im Januar wegen Verzögerungen bei den EU-Beitrittsverhandlungen mit dem Rückzug seiner Unterstützung gedroht.

Die 3300 Kilometer lange Nabucco- Pipeline soll ab 2014 Erdgas vom Kaspischen Meer nach Zentraleuropa liefern. Dafür ist ein Baubeginn spätestens 2011 nötig, ursprünglich war er 2008 geplant. In der Wirtschaftskrise ist unsicherer denn je, ob sich Investoren für die geschätzten Kosten von 7,9 Milliarden Euro finden lassen. Zudem ist offen, woher das Erdgas kommen soll. Als Lieferland ist unter anderem Iran im Gespräch. An dem Projekt sind Energieunternehmen aus sechs Ländern beteiligt, darunter auch der deutsche Energieversorger RWE.

An dem „Südkorridor-Gipfel“ nahmen unter anderen der türkische Präsident Abdullah Gül und der georgische Staatschef Michail Saakaschwili teil. Russland und die USA hatten Beobachter entsandt. Der tschechische Ministerpräsident und amtierende EU-Vorsitzende Mirek Topolanek verglich die Energiepartnerschaft mit der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) der 50er Jahre, auf die sich die EU gründet. „Heute sind Gas und Öl das Gegenstück zu Kohle und Stahl“, sagte Topolanek auf dem Gipfel. AFP

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