Gasprom : Russland und Ukraine beenden Gasstreit

Der von Gasprom angedrohte Lieferstopp in die Ukraine ist vom Tisch: Kiew wird die Altschulden für die russischen Gas-Lieferungen in Kürze begleichen.

MoskauRussland und die Ukraine haben ihren jüngsten Gasstreit endgültig beigelegt. Die Ukraine werde ihre noch ausstehenden Rechnungen bis Sonntag begleichen, versicherte Präsident Viktor Juschtschenko. Die Ukraine schuldete Gasprom 1,5 Milliarden Dollar (rund eine Milliarde Euro) für Gaslieferungen von Oktober bis Dezember. 100 Millionen Dollar seien bereits in der vergangenen Woche bezahlt worden, sagte Juschtschenko. Der Rest soll in den kommenden beiden Tagen folgen.

Der Gasstreit hatte in Europa Sorgen ausgelöst, es könne wie 2006 bei einem ähnlichen Streit wieder zu Lieferstörungen von russischem Erdgas nach Europa über ukrainische Pipelines kommen. Juschtschenko war in der vergangenen Woche nach Moskau gereist und hatte einen von Gasprom angedrohten Lieferstopp in einem Gespräch mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin abwenden können.

Einigung in Moskau

Danach bezahlte die Ukraine aber nur einen Teil der Schulden, weshalb der Präsident seine Regierungschefin Julia Timoschenko heftig kritisierte. Timoschenko, früher die Verbündete von Juschtschenko und seit Dezember wieder im Amt, wollte nachverhandeln und sicherstellen, dass keine Zwischenhändler mehr am Verkauf des russischen Gases an die Ukraine verdienen.

Die Regierungschefin war am Donnerstag nach Moskau gereist. Sie habe sich bei der Bezahlung der Schulden mit Gasprom auf einen Preis von 130 Dollar pro tausend Kubikmeter Gas geeinigt, sagte sie nach ihrer Rückkehr. Auch für die im laufenden Jahr aufgelaufenen Schulden werde es bald eine Einigung geben. Im Dezember hatten der ukrainische Energieminister und Gasprom einen Preis von 179,5 Dollar pro tausend Kubikmeter Gas für 2008 vereinbart.

Die Ukraine bezieht rund drei Viertel der jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Turkmenistan und anderen zentralasiatischen Nachfolgerepubliken der Sowjetunion. Das restliche Viertel kommt aus Russland. (küs/AFP)

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