Gasversorgung : Kräftemessen zwischen Kiew und Moskau - EU soll zahlen

Gasstreit absurd: Russland hat für morgen Verhandlungen zur Lösung des Disputs angesetzt. Nun will die Ukraine noch am Freitag einen Gegengipfel abhalten. Kiew schlägt unterdessen vor, die EU solle für die Wiederaufnahme des Gastransits zahlen.

Gasstreit
Die EU soll für Wideraufnahme des Gastransfers zahlen. -Foto: dpa

Moskau/Kiew/Warschau/BerlinDie Ukraine hat für Freitag kurzfristig eine Gegenveranstaltung zu dem für Samstag in Moskau geplanten Krisengipfel angekündigt. In Kiew würden im Tagesverlauf die Staats- und Regierungschefs mehrerer osteuropäischer EU-Staaten erwartet, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf das ukrainische Außenministerium. Die Gasblockade dauert weiter an.

Aus Polen kommt nach Angaben aus Warschau nicht wie angekündigt Präsident Lech Kaczynski nach Kiew, sondern dessen Staatsminister Michal Kaminski. Für die Slowakei reiste Staatspräsident Ivan Gasparovic in das östliche Nachbarland. Zudem wurden der litauische Präsident Valdas Adamkus und die moldawische Regierungschefin Zinaida Greceanii erwartet. Russland nimmt nicht teil. Der Kreml hatte zuvor alle vom Gasstreit betroffenen Länder inklusive der Ukraine zu einem Krisengipfel am Samstag nach Moskau eingeladen.

Regierung in der Ukraine weiterhin uneins

Moskau schlägt die Bildung eines Konsortiums mit Beteiligung westlicher Konzerne vor, das das sogenannte technische Gas von Russland kaufen soll. Auf diese Weise könne wieder Gas in den Westen geliefert werden, bis sich Kiew und Moskau über den Gaspreis geeinigt hätten, so der russische Vize-Regierungschef Grigori Nemyrja im Gespräch mit der Zeitung "Die Welt". Der italienische Energieversorger ENI unterstützt das Vorhaben. Eine Gasmenge von täglich 21 Millionen Kubikmetern ist nötig, um die ukrainischen Pipelines zu betreiben. Kiew und Moskau streiten darüber, wer für diese Kosten aufkommen soll. Die Ukraine hat vorgeschlagen, dass die EU für die Kosten aufkommen soll. Pro Tag müssten dafür rund 21 Millionen Kubikmeter Gas fließen. Zum Preis, den Kiew bis Jahresende zahlte, sind dies umgerechnet rund 2,9 Millionen Euro am Tag.

In der Ukraine halten die Kompetenzstreitigkeiten zwischen Präsident Viktor Juschtschenko und Regierungschefin Julia Timoschenko an. Während Timoschenko am Samstag in Moskau den russischen Regierungschef Wladimir Putin treffen will, hat Juschtschenko eine Teilnahme am Krisengipfel in Moskau abgelehnt. (nis/dpa)

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