Gaswirtschaft : Glos fordert mehr Transparenz

Wirtschaftsminister Glos hat mehr Transparenz bei der Gaspreisgestaltung angemahnt. Nur so könne ein Vertrauensverlust zwischen Konzernen und Verbraucher vermieden werden.

Dresden - Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat von der deutschen Gaswirtschaft mehr Transparenz bei der Gaspreisgestaltung gefordert. Nur so könne der Vertrauensverlust zwischen Kunden und Unternehmen vermieden werden, sagte Glos am Dienstag bei der Haupttagung des Bundesverbandes der Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) in Dresden. BGW-Präsident Michael G. Feist hatte Pläne der Bundessnetzagentur zur Neuregelung der Netzgebühren kritisiert, die die Existenz der Firmen gefährden würden. Der Verband vertritt rund 1300 Firmen der Gas-, Wasser und Abwasserwirtschaft.

Angesichts der Preisentwicklungen müssten Verbraucher auch den Versorger wechseln können, sagte Glos. «Nur dann können sie überzogenen Preisforderungen ausweichen.» Er forderte die Branche auf, bis spätestens zum 1. Oktober die Weichen für einen auch die Haushaltskunden umfassenden Wettbewerb zu stellen. «Wir brauchen einen effektiven Wettbewerb am Strom- und Gasmarkt, um international wettbewerbsfähig zu sein», sagte er.

Bei der Regulierung von Netzzugang und -entgelt müsse auch die Versorgungssicherheit berücksichtigt werden, sagte Feist. Wenn die Bundesnetzagentur ihre Pläne zur Absenkung der Netzentgelte durchsetze, könnten die Betreiber zwischen 30 und 50 Prozent ihrer Kosten nicht mehr geltend machen und nicht mehr Kosten deckend arbeiten. «Ihr Überleben steht dann auf dem Spiel», sagte er.

Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) appellierte an die Branche, sich auf den Rückgang der Bevölkerung einzustellen. Es dürfe nicht mutwillig an der Preisspirale gedreht werden: «Gas und Wasser müssen für jeden bezahlbar sein.» (tso/dpa)

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