Politik : Gauck will Vertreter für Demokratie sein

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Berlin - Der Kandidat Joachim Gauck will als Bundespräsident „ständiger Vertreter der gesamten deutschen Demokratie gegenüber dem Volk“ sein. Dies erklärte der 71-jährige am Dienstag bei einer Grundsatzrede in Berlin. „Als Repräsentant des ganzen Volkes kann der Bundespräsident zwischen den Regierten und den Regierenden vermitteln und zu einer besseren Verständigung zwischen ihnen beitragen“, sagte Gauck und fügte hinzu, dies sei „bitter nötig“.

Der Parteilose ist von SPD und Grünen für das höchste Staatsamt nominiert worden und wird von verschiedenen Initiativen unterstützt. Im Internet haben sich bislang etwa 34 000 Unterstützer der Gruppe „Wir für Gauck“ angeschlossen. Bei der Wahl am 30. Juni hat der Oppositionskandidat aber nur Außenseiterchancen.

Es war Gaucks einzige öffentliche Rede als Präsidentschaftskandidat. Der Pfarrer und DDR-Bürgerrechtler berichtete darin über jene Erfahrungen, „die die Leidenschaft für die Freiheit, Demokratie und Recht in meinem Leben verankert haben“. Er sprach über seine „Sehnsucht nach Freiheit“ sowie die „Erfahrungen des Ostens“ und verzichtete nicht auf pathetische Worte. Er träume von einem Land, das imstande sei, „sich selber aus der Unkultur von Angst, Resignation und Tristesse zu erlösen, in dem es gestaltet“, sagte Gauck. Echte Freude an der Demokratie werde nur entstehen, „wenn wir sie auch leben“.

Gauck verteidigte in seiner Grundsatzrede das Engagement der Bundeswehr in Afghanistan, diese werde dort „nicht aus deutschem Übermut“ eingesetzt oder „um Länder zu erobern“, sondern „im Auftrag der Vereinten Nationen“. Er kritisiert das „Treiben gewissenloser Finanzakrobaten oder maßloser Manager“, warnte aber zugleich davor, der Wirtschaft die Freiheit zu nehmen. Die Politik werde lediglich um „den Rahmen und die Regeln“ zu ringen haben. Zudem fordert Gauck mehr Anstrengungen für die Integration von Zuwanderern. Christoph Seils

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