Politik : Gaza: Anschlag auf Chef des Geheimdiensts

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Gaza - Der palästinensische Geheimdienstchef Tarek Abu Radschab ist am Samstag bei einem Anschlag in Gaza schwer verletzt worden. Einer seiner Leibwächter wurde offenbar getötet, als eine Bombe im Fahrstuhl des Hauptquartiers Radschabs explodierte. Acht weitere Menschen wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ordnete eine Untersuchung an. Die Abbas nahe stehenden Al-Aksa-Brigaden warfen der Hamas vor, hinter dem Anschlag zu stecken. Kämpfer der Brigaden drangen aus Protest in das Gelände des Parlaments in Ramallah ein.

Radschab war im April 2005 von Abbas auf den Posten berufen worden. Er leitete zuletzt eine palästinensische Delegation nach Jordanien. Das Nachbarland warf der radikal-islamischen Hamas vor, Waffen in das Königreich geschmuggelt zu haben, um dort Anschläge vorzubereiten. Die Hamas, die die neue palästinensische Regierung stellt, bestritt dies.

Regierungssprecher Ghasi Hamad wies darauf hin, dass nicht endgültig erwiesen sei, ob es sich bei der Explosion um ein Attentat auf Radschab gehandelt habe. Es sollten keine „voreiligen Anschuldigungen“ verbreitet werden. Der Anschlag geschah vor dem Hintergrund des Machtkampfs zwischen Präsident und Regierung über die Kontrolle der Sicherheitsdienste in den Autonomiegebieten. Am Mittwoch hatte die Hamas gegen Abbas’ Widerstand eine 3000 Mann starke Truppe zur Sicherung des Gazastreifens aufmarschieren lassen, die direkt Innenminister Said Siam unterstellt ist. Im Gegenzug hatte Abbas die Präsenz seiner Sicherheitskräfte verstärkt.

Bei einem Luftangriff Israels im Gazastreifen starben mindestens vier Palästinenser. Die Opfer sind nach Krankenhausangaben ein Mitglied der radikalen Palästinensergruppe Islamischer Dschihad, Mohammed Dahduh, sowie drei Zivilisten. Ein Dschihad-Sprecher bezeichnete Dahduh als einen der Anführer der Gruppe in Gaza. Er habe Raketen gebaut, die auf Israel gefeuert worden seien. AFP

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