Gaza : BBC-Journalist warnt vor gewaltsamer Befreiung

In einem Video zeigen die islamistischen Kidnapper ihr Entführungsopfer Alan Johnston: Der BBC-Journalist trägt einen Sprengstoffgürtel am Körper und warnt vor einem Angriff zu seiner Befreiung.

Alan Johnston
Alan Johnston: Eine dramatische Botschaft, gesendet von seinen Entführern. -Foto: AFP

WashingtonDer im palästinensischen Gazastreifen entführte BBC-Journalist Alan Johnston hat in einem Video vor seiner gewaltsamen Befreiung gewarnt. Das eine Minute und 42 Sekunden lange Video, das der Nachrichtenagentur AFP von dem Terrorismus-Forschungsinstitut IntelCenter im US-Bundesstaat Virginia übermittelt wurde, zeigte den 45-jährigen Briten in einem roten langärmligen Hemd mit einem Sprengstoffgürtel.

"Wie Sie sehen können, habe ich einen Sprengstoffgürtel umgeschnallt, den die Geiselnehmer zünden wollen, wenn es irgendeinen Versuch geben sollte, diese Gegend zu stürmen", sagt Johnston darin. "Erfolgsversprechende Verhandlungen" seien seinen Entführern zufolge durch das Drängen der radikalislamischen Hamas und der britischen Regierung auf eine "militärische Lösung" zunichte gemacht worden, sagte Johnston in dem Video weiter.

Die Entführer drohten nun damit, sein Versteck in eine "Todeszone" zu verwandeln, wenn der Versuch einer gewaltsamen Befreiung unternommen werde. Die BBC und die britische Öffentlichkeit sollten daher seinen Appell unterstützen, "nicht auf die Taktik der Gewalt zu verfallen", um seine Geiselhaft zu beenden, sagte Johnston. Johnston war am 12. März auf dem Weg von der Arbeit nach Hause verschleppt worden. Im Gazastreifen wurde bislang keine Geisel so lang gefangengehalten wie er. Zu der Entführung hatte sich die Gruppe Armee des Islams bekannt. Sie hatte bereits am Mittwochabend in einer im Internet verbreiteten Botschaft ihre Morddrohung gegen den Journalisten erneuert. (mit AFP)

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