Gaza : Israel öffnet Grenze für Hilfslieferungen

Trotz zunehmender Spannungen mit der Hamas will die israelische Regierung die Übergänge zum Gazastreifen für Hilfstransporte öffnen. An den Plänen, die radikalen Islamisten in den kommenden Tagen anzugreifen, ändert das jedoch nichts.

Jerusalem/GazaUngeachtet wachsender Spannungen mit der radikal-islamischen Hamas will Israel am Freitag zur Versorgung der notleidenden palästinensischen Bevölkerung die Grenzen zum Gazastreifen öffnen. Diese Entscheidung gab Verteidigungsminister Ehud Barak nach israelischen Medienberichten bekannt. In einer Stellungnahme des Verteidigungsministeriums hieß es, Israel komme damit Forderungen der internationalen Gemeinschaft nach.

Die Öffnung der Grenzen ist eine Hauptforderung der Hamas für einen Stopp der Raketenangriffe. Bislang hatte Israel dies jedoch von der Einstellung des Raketenbeschusses abhängig gemacht. Israel hält den Gazastreifen wegen der Raketenangriffe seit mehr als sieben Wochen fast durchgängig abgeriegelt.

Angesichts der andauernden Raketenangriffe militanter Palästinenser auf das israelische Grenzgebiet bereitet Israel andererseits harte Militärschläge gegen die Hamas vor. Die israelische Außenministerin Zipi Livni sagte am Donnerstag nach einem Treffen mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak in Kairo, Israel könne die ständigen Raketenangriffe aus dem Gazastreifen nicht mehr dulden.

"Die Bürger von Gaza können es stoppen"

Barak warnte die Hamas vor einem "hohen Preis", den sie zahlen müsse, sollte der Raketenbeschuss weitergehen. Im arabischen Nachrichtensender Al-Arabija appellierte Ministerpräsident Ehud Olmert an die Bevölkerung im Gazastreifen, die Hamas von weiteren Angriffen abzuhalten. "Ich sage es Ihnen in letzter Minute: Stoppen Sie es! Sie, die Bürger von Gaza, können es stoppen."

Die Hamas drohte im Gegenzug mit neuen Selbstmordattentaten. "Wir nehmen die Drohungen ernst." Die Hamas werde aber vor israelischen Raketen nicht zurückschrecken, sagte ein Hamas-Sprecher nach Angaben des Armeeradios. Wie die Zeitung "Haaretz" berichtete, wird Olmert am Sonntag vor möglichen Militäraktionen Konsultationen abhalten. Vorher werde keine Operation gegen die Hamas erwartet. (mwe/sf/dpa)

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