Gazastreifen : Gegenseitiger Beschuss - Situation eskaliert

Nachdem am Dienstag mehrere palästinensische Zivilisten bei einem Angriff durch die israelische Armee getötet worden waren, haben militante Palästinenser Ziele in Südisrael angegriffen. Die Israelis kündigen eine "entschlossene" Antwort an.

In Beerscheva schlugen mehrere Geschosse ein. Ein Mann wurde verletzt.
In Beerscheva schlugen mehrere Geschosse ein. Ein Mann wurde verletzt.Foto: AFP

Angesichts des Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine „aggressive und entschlossene“ Antwort angekündigt. Israel werde reagieren, um die Bevölkerung vor dem Beschuss zu schützen, sagte Netanjahu am Mittwoch vor dem Parlament in Jerusalem. Nach dem Tod von acht Palästinensern durch israelische Angriffe im Gazastreifen hatten bewaffnete Palästinensergruppen am Mittwoch erneut Raketen und Granaten auf Israel abgefeuert.
Die radikale Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad bekannte sich zum Abschuss von drei Raketen auf israelisches Territorium, von denen zwei die Stadt Beerscheva trafen und eine nahe des Hafens der Stadt Aschdod einschlug. In Beerscheva wurde ein Mensch durch Splitter leicht verletzt. Die 186.000 Einwohner zählende Stadt liegt etwa 40 Kilometer von der Grenze zum Gazastreifen entfernt. Weitere Geschosse trafen den Süden Israels, richteten dort aber keinen Schaden an.
Der bewaffnete Arm des Islamischen Dschihad, die El-Kuds-Brigaden, kündigte an, immer weiter ins Landesinnere Israels schießen zu wollen. „Ab jetzt gibt es keine rote Linie mehr für den Widerstand, solange der Feind nicht die Erklärungen und Satzungen der UNO respektiert und weiterhin Zivilisten tötet“, erklärte ein Sprecher der Gruppe

Israel hat in den vergangenen Tagen mehrere Angriffe auf Ziele im Gazastreifen ausgeführt. Am Dienstag waren dabei acht Palästinenser getötet worden, darunter auch Zivilisten. Der israelischen Armee zufolge galten die Angriffe „Terroristen“ sowie Stellungen der radikalislamischen Hamas. Die Angriffe seien eine Reaktion auf den Beschuss Israels vom Gazastreifen aus.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und sein Verteidigungsminister Ehud Barak haben am Dienstag den Tod von vier palästinensischen Zivilisten durch einen Angriff der israelischen Armee bedauert. In einer Erklärung von Netanjahus Büro hieß es, die „unschuldigen Zivilisten“ seien „irrtümlich“ getötet worden - „als Reaktion auf Schüsse der Hamas auf unschuldige israelische Bürger“.
Auch Barak bedauerte den Tod der Zivilisten. Im US-Fernsehsender MSBNC sagte er aber, die toten Palästinenser seien der „Preis“, der für die täglichen „terroristischen“ Angriffe auf Israel zu zahlen sei. (AFP)

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