Gazastreifen : Hamas will weiter Waffen schmuggeln

Die Bedingungen des Waffenstillstands zwischen Israel und der Hamas sind offensichtlich umstritten. Ein Vertreter der radikalen Palästinenserorganisation sagte am Freitag, die Hamas wolle weiterhin Waffen in den Gazastreifen transportieren. Israel erklärte, das Abkommen würde diese Vorgänge eindeutig untersagen. Bislang hält die Waffenruhe an.

Gaza/JerusalemTrotz der mit Israel vereinbarten Waffenruhe für den Gazastreifen will die radikale Palästinenserorganisation Hamas weiterhin Waffen in das von ihr kontrollierte Gebiet schmuggeln. Israel habe während der Verhandlungen über den Waffenstillstand ein Ende des Waffentransports gefordert, die Hamas habe dieser "ungerechten" Forderung jedoch nicht nachgegeben, sagte Hamas-Führer Ismail Hanija am Freitag vor Anhängern in Gaza. Auch die Freilassung des vor zwei Jahren von Palästinensern verschleppten israelischen Soldaten Gilad Schalit sei auf Druck der Hamas nicht Teil der Vereinbarung gewesen.

Die israelische Regierung widersprach der Darstellung des Hamas-Führers. Das am Mittwoch unter ägyptischer Vermittlung geschlossene Abkommen lege "deutlich" fest, dass es neben einem Ende der Angriffe aus dem Gazastreifen keinen Waffenschmuggel in das Gebiet mehr geben dürfe, sagte der Sprecher von Israels Ministerpräsident Ehud Olmert, Mark Regev.

Zwischenfall im Westjordanland

Die zunächst für sechs Monate geltende Vereinbarung war am Donnerstagmorgen in Kraft getreten. Sie sieht vor, dass beide Seiten ihre Angriffe einstellen und Israel die Blockade des Palästinensergebiets schrittweise abbaut. Bislang habe es keine Zwischenfälle gegeben, teilten eine Sprecherin der israelischen Armee sowie ein Hamas-Vertreter übereinstimmend mit.

Im Westjordanland wurden dagegen am Freitag drei Israelis durch palästinensische Schüsse verletzt. Nach Angaben israelischer Rettungskräfte und des israelischen Militärs handelt es sich bei den Verletzten um drei Studenten einer jüdischen Religionsschule. Demnach wurden sie in der Nähe der jüdischen Siedlung Neve Tsuf im Nordwesten Ramallahs aus einem vorbeifahrenden Auto beschossen. Zwei der Studenten seien schwer verletzt, hieß es. In einer Erklärung bekannten sich die El-Aksa-Märtyrerbrigaden zu dem Angriff. (peg/AFP)

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