Gazastreifen : Israel setzt Offensive fort

Die israelische Armee hat ihre Offensive im Gazastreifen fortgesetzt. Mindestens fünf Menschen wurden bei neuen Angriffen getötet. Ein vierjähriger Junge erlag unterdessen seinen Verletzungen.

Gaza/Nablus - Bei einem gezielten Luftangriff auf ein Fahrzeug im Osten der Stadt Gaza wurden nach Angaben von Ärzten vier Mitglieder des bewaffneten Arms der radikalislamischen Hamas-Organisation getötet. Fünf Menschen seien verletzt worden. Im Rahmen ihrer groß angelegten Offensive in der Ortschaft Beit Hanun im Norden des Gazastreifens tötete die Armee den Angaben zufolge ein weiteres Hamas-Mitglied. Der 21-Jährige zählte zur Leibwache des palästinensischen Flüchtlingsministers Atef Adwan. In Nablus im Westjordanland töteten Soldaten einen 16-jährigen Palästinenser.

Wie Augenzeugen berichteten, wurden die vier Männer in Gaza von einer Rakete getroffen, als sie mit ihrem Auto vor einer Moschee anhielten, um zum Beten zu gehen. Unter den Getöteten sei auch Omar Muschtaha, ein örtlicher Anführer der Essedin-el-Kassam-Brigaden. Ein Sprecher der radikalislamischen Gruppierung kündigte Vergeltung für den Angriff an. Bei einem Luftangriff in der Nacht zum Freitag auf das Flüchtlingslager Dschabalija wurden vier Menschen verletzt.

15 Tote seit Beginn der Offensive

Am Donnerstag wurden bei der Offensive in Beit Hanun und bei zwei Luftangriffen auf das Flüchtlingslager Dschabalija insgesamt sieben Palästinenser getötet, darunter auch zwei Zivilisten. Nach israelischen Angaben waren die beiden Zivilisten verantwortlich für den jüngsten Raketenbeschuss auf die südisraelische Stadt Sderot. Auch zwei Hamas-Aktivisten und ein Mitglied der Komitees des Volkswiderstands kamen am Donnerstag bei den israelischen Angriffen ums Leben.

Ein vierjähirger Junge erlag unterdessen seinen am Mittwoch beim israelischen Angriff in Beit Hanun erlittenen Verletzungen. Eine Frau, die am Donnerstag bei einer Demonstration gegen die israelische Belagerung einer Moschee in Beit Hanun von israelischen Kugeln getroffen wurde, befand sich nach Angaben von Ärzten in Lebensgefahr. Sie war zuvor bereits für tot erklärt worden. Die israelische Armee zog sich nach zwei Stunden von der Moschee zurück, in die sich etwa hundert Männer geflüchtet hatten. Die Armee hatte ihre Offensive in Beit Hanun am Mittwoch gestartet; seitdem starben dort 15 Palästinenser.

Nach Angaben der palästinensischen Sicherheitskräfte eröffneten israelische Soldaten im Flüchtlingslager Ballata in Nablus das Feuer und töteten den 16-jährigen Jugendlichen. Dessen Bruder, ein ranghohes Mitglied der Fatah-nahen El-Aksa-Brigaden, sei schwer verletzt worden. Ein israelischer Armeesprecher bestätigte die Angaben über die Opfer und sagte, diese hätten ein Auto mit Sprengstoff präpariert. Spezialisten der Armee hätten den Wagen anschließend gesprengt. (tso/AFP)

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